24.09.2009 · Das Verbot von Glücksspielen im Internet ist für den Staat kein Vorteil und zeigt nur, wie Regulierung an ihre Grenzen stößt. Mit der doppelten Ausschüttung des Jackpots sieht jeder Lottospieler, dass seine Gewinne auch privat sicher sind. Diese Konkurrenz hätte sich der Staat sparen können.
Von Carsten KnopDas Verbot von Glücksspielen im Internet ist für den deutschen Staat kein Gewinn und zeigt nur, dass regulierende Eingriffe gerade auch im weltumspannenden Datennetz wieder und wieder an ihre Grenzen stoßen. Das mag man in vielen Fällen bedauern, tatsächlich wird es aber Zeit, sich mit den Realitäten anzufreunden, gleichgültig, ob es um den Schutz von Urheberrechten oder das Online-Glücksspiel geht. Es gilt, auf die Herausforderungen durch das Internet innovative Antworten zu finden, vor allem aber, das Geschäft nicht anderen zu überlassen.
Bis zum Jahreswechsel war das Unternehmen Tipp-24 ein Vermittler der staatlichen deutschen Lotterie. Das ist seither verboten. Jetzt vermittelt das Unternehmen die Einsätze an einen zur eigenen Gruppe gehörenden britischen Lotterieveranstalter – und streicht den Gewinn komplett selbst ein. Dass an diesem Mittwoch umgekehrt auch der Jackpot in voller Höhe ausgeschüttet werden musste, ist für das Unternehmen letztlich Werbung. Nun sieht jeder Lottospieler, dass seine Gewinne auch privat sicher sind. Eine derartige Konkurrenz hätte sich der Staat sparen können. Und wer Lotto-süchtig werden will, wird es so oder so.
Carsten Knop Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
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