Das Ergebnis der Lufthansa ist gut, aber es sieht zu schön aus. Nach neun Monaten zeigt die Gesellschaft bei Umsatz und Gewinn und sogar bei der Rendite bisher unbekannte Höhen. Sicher ein Verdienst aller Mitarbeiter und einer gespaltenen Strategie, bei der sowohl dem Gast in der First Class wie dem preisbewussten 99-Euro-Passagier ein Angebot unterbreitet wird. Aber damit das Konzernergebnis zu einem Rekordwert anstieg, mussten schon maßgebliche Sonderfaktoren zusammenkommen. Der Verkauf der Touristikbeteiligung Thomas Cook brachte mehr als 500 Millionen und eine Gutschrift im Zuge der Unternehmensteuerreform weitere 211 Millionen Euro in die Kasse. Das sind Einmaleffekte, die sich so nicht wiederholen. Wenn alles gutgeht, dann wird sich der Ergebnisbeitrag der Swiss wieder einstellen. Denn die Integration der Schweizer Tochtergesellschaft läuft mit großer Unterstützung des Konzerns sehr gut, und dies schlägt sich erstmals vollständig in den Konzernzahlen nieder. Dass sie frühere Konkurrenten unter eigener Regie entwickeln kann, hat Lufthansa mit der Swiss bewiesen. Ob das auch mit Alitalia gelänge, liegt vor allem an den Rahmenbedingungen: die aber werden in Rom gemacht.