Unter dem Strich ist es eine gute Botschaft, die Internationaler Währungsfonds (IWF) und die deutschen Forschungsinstitute in ihren Wirtschaftsberichten senden: Die Spannungen an den Finanzmärkten, ausgelöst durch die Krise auf Teilen des amerikanischen Hypothekenmarktes, versetzen dem globalen Wachstum zwar einen Dämpfer, sie würgen es aber nicht ab. Zweifellos haben sich die Risiken für die Weltwirtschaft zuletzt erhöht. Doch es scheint, als habe die Weltwirtschaft ihre Widerstandskraft erhöht. Viele Schwellenländer haben aus den bitteren Erfahrungen früherer Krisen gelernt und verfolgen eine solidere Wirtschafts- und Finanzpolitik. Das schafft Vertrauen unter internationalen Investoren und macht die aufstrebenden Volkswirtschaften weniger verwundbar. China und Indien werden kommendes Jahr die wichtigsten Antriebskräfte des Konjunkturmotors sein. Davon profitiert auch Deutschland, dessen Wachstumsperspektive ordentlich ist. Die verhältnismäßig guten Aussichten dürfen in der Wirtschaftspolitik nicht zu Selbstzufriedenheit führen. Es tut aber gut zu wissen, dass Wohl und Wehe der Weltwirtschaft nicht mehr fast ausschließlich von Amerika abhängen.