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Glosse Wirtschaft Wette gefällig?

09.08.2006 ·  hbe. Spieler teilt man in zwei Kategorien ein: Die einen spielen zum Vergnügen, die anderen, weil sie das Geld brauchen. Leider, meint der Staat, gehe die erste Kategorie Spieler zu oft in die zweite Kategorie über, weswegen er ein ...

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hbe. Spieler teilt man in zwei Kategorien ein: Die einen spielen zum Vergnügen, die anderen, weil sie das Geld brauchen. Leider, meint der Staat, gehe die erste Kategorie Spieler zu oft in die zweite Kategorie über, weswegen er ein staatliches Monopol für nötig hält, um seine Bürger vor der Spielsucht zu schützen. Nun kann man viel von einem staatlichen Monopol erwarten - doch wie es jemanden vor Spielsucht bewahren soll, bleibt ein Geheimnis derjenigen, die von diesem Monopol profitieren. Zieht man die pseudopaternalistischen Scheinargumente der staatlichen Wettanbieter ab, so bleibt die triste Tatsache, daß der Staat eine zusätzliche Einnahmen- und Proporzmaschine dem Zugriff des Wettbewerbs entziehen will, sonst nichts. Wer Spielsucht verhindern will, darf nicht selbst Spiele anbieten und daran verdienen; wer sie kanalisieren will, soll private Anbieter regulieren; wer an ihr verdienen will, soll Steuern erheben. In anderen Bereichen der menschlichen Schwächen wird dies schon längst so gehandhabt - deswegen gibt es keine staatlichen Schnapsläden und keine Bundeszigarettenmanufaktur. Der Staat als Anbieter von Sportwetten ist ein schlechter Witz, über den kein Spieler lachen kann: Die erste Kategorie Spieler braucht keinen staatlichen Vormund, die zweite Kategorie läßt sich auch nicht von einem staatlichen Wettmonopol abschrecken - wetten?

Quelle: F.A.Z., 10.08.2006, Nr. 184 / Seite 11
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30.05.2012 17:45 Uhr
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