05.11.2007 · Von Christoph Hein
Wohin mit dem Spargroschen? Diese Frage beantworten die Chinesen eindeutig. Sie tragen ihn an die Börse - bisher ein wunderbares Geschäft, das mehrere hundert Prozent Gewinn brachte. Allerdings steht es, wie das System der Kettenbriefe, immer am Rande des Zusammenbruchs. Der Börsengang von Petrochina in Schanghai zeigt einmal mehr, dass Menschen ohne Alternative alles auf eine Karte setzen. Denn das Sparbuch bringt in China weniger Zinsen, als die Inflation frisst, so bleiben nur Aktien. Zwar wissen auch Chinesen, dass die Börsenbewertungen ihrer Unternehmen wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen sind. Doch beruhigen sie sich mit der vermeintlichen Allwissenheit und Macht der Partei. Dass nur 13 Prozent des Grundkapitals von Petrochina börsennotiert sind und der Rest in Regierungshand liegt, ist aus chinesischer Sicht von Vorteil: Der Staat steuert nicht nur direkt die Expansion Petrochinas, sondern über den Benzinpreis auch seine Gewinnmarge. Wer in einem solchem Markt Aktien kauft, wettet darauf, dass die Kommunistische Partei das Land, den Aktienmarkt und die Unternehmen beherrscht. Dafür freilich brauchen selbst Kommunisten eine Menge Gottvertrauen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.384,17 | +0,54% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2539 | −0,02% |
| Rohöl Brent Crude | 107,40 $ | +0,13% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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