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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Glosse Wirtschaft Vom Neid

 ·  hig. Die große Koalition wird an der Erbschaftsteuer festhalten, das haben sich ihre Spitzen noch einmal in die Hand versprochen. Anderes war, trotz des tapferen Vorstoßes von Unions-Fraktionsvize Michael Meister, nicht zu erwarten.

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hig. Die große Koalition wird an der Erbschaftsteuer festhalten, das haben sich ihre Spitzen noch einmal in die Hand versprochen. Anderes war, trotz des tapferen Vorstoßes von Unions-Fraktionsvize Michael Meister, nicht zu erwarten. Schließlich wurzelt die Erbschaftsteuer in zwei der stärksten Gefühle, zu denen Menschen fähig sind: dem Neid und der Gier. Die Befürworter der Erbschaftsteuer sprechen allerdings bevorzugt von Gerechtigkeit und Fiskalinteressen. Vier Milliarden Euro nehmen die Länder, denen die Erbschaftsteuer zufällt, gern und umso lieber, wenn sie sich damit als Sachwalter von Chancengleichheit - durch Umverteilung "leistungslos" erworbener Einkommen - gebärden können. Sich als Steuerwohltäter darzustellen wird freilich mit der geplanten Reform schwieriger. Das liegt daran, dass die Länder das Aufkommen der Erbschaftsteuer zwar stabil halten, zugleich aber im Regelfall betriebliches Vermögen von der Steuer ausnehmen wollen. Da zudem - wie bisher - private Erbschaften bis zur Größe eines Einfamilienhauses steuerbefreit sein sollen, wächst die Last für die übrigen Erben. Das sind dann eben nicht nur die wirklich Reichen, wie die Politik suggeriert. Die neue Erbschaftsteuer werden mittlere Schichten tragen. Ob diese Rechnung aufgeht? Künftig lockt Österreich, das seine Erbschaftsteuer abschafft, vielleicht nicht länger nur als Urlaubsland.

Quelle: F.A.Z., 15.05.2007, Nr. 112 / Seite 9
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