11.09.2007 · enn. Totgesagte leben manchmal länger: Derzeit sieht es so aus, als werde dereinst doch der Transrapid zwischen Münchner Hauptbahnhof und Flughafen pendeln. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und der bayerische Verkehrsminister ...
enn. Totgesagte leben manchmal länger: Derzeit sieht es so aus, als werde dereinst doch der Transrapid zwischen Münchner Hauptbahnhof und Flughafen pendeln. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und der bayerische Verkehrsminister Erwin Huber hätten in den seit Jahren andauernden Finanzverhandlungen jetzt einen Durchbruch erreicht, heißt es in Berlin und vor allem in München. Tatsächlich überrascht, dass der Bund seinen Etat für den schwebenden Zug plötzlich auf beinahe eine Milliarde Euro verdoppeln will. Denn der oberste deutsche Haushälter, Finanzminister Peer Steinbrück, hat seine Ablehnung gegen das teure Projekt nie verhehlt. Offenbar konnte er sich in Zeiten, in denen die Steuerquellen unermesslich scheinen, nicht mehr durchsetzen. Aber noch ist die Finanzierung des Vorhabens nicht gesichert. Offiziell wird die Finanzlücke auf 165 Millionen Euro beziffert. Doch die Zahl ist nur die halbe Wahrheit, einige addieren den Kostenanstieg seit der letzten Kalkulation und rechnen mit rund 500 Millionen Euro. Frühere Transrapid-Träume sind an Wirtschaftlichkeitsrechnungen gescheitert. Eine Referenzstrecke in Deutschland wird nicht mehr gebraucht, seit die Technik in China funktioniert. Sollte die Industrie anders denken, muss sie endlich finanziell mit ins Boot. Dem Steuerzahler ist das Risiko auch im Überschwang des Aufschwungs nicht zuzumuten.
Die Wahrheit
Karl Hammer (cromagnon)
- 14.09.2007, 00:19 Uhr
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