mas. Eine gut vorbereitete Bahnprivatisierung sieht anders aus. Bedenken gegen die Pläne von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee kommen schon länger von vielen Seiten, natürlich von der Opposition, aber auch aus den Ländern und sogar aus den Koalitionsfraktionen. Die Kritik hat viele Väter, darunter sind grundsätzliche Gegner eines Verkaufs der Deutschen Bahn. Sie werden kaum zu überzeugen sein. Deswegen müsste Tiefensee wenigstens die anderen für sich gewinnen. Doch weder er noch sein Konzept sind dazu in der Lage. Dass der Bund der Bahn das von ihm aufgebaute und finanzierte Schienennetz überlässt, um es später möglicherweise für viele Milliarden Euro zurückkaufen zu müssen, ist schlicht unsinnig. Wer das nicht glaubt, sollte das Gutachten im Auftrag der Länder zu Rate ziehen. Danach droht Tiefensees Weg nicht nur teuer für die Bahnkunden zu werden, sondern wäre auch verfassungswidrig. Wenn Tiefensee klug ist, lenkt er jetzt ein. Er muss die Selbstbindung "Der Bund bleibt juristischer Eigentümer, die Bahn darf das Netz bilanzieren" aufgeben. Tiefensee gefiel sich bisher in der Rolle des Prellbocks, der alles, was auf ihn zukam, einfach zurückwarf. Damit wird er nicht durchkommen. Was jetzt auf ihn zurollt, kann er nicht stoppen, dazu ist sein Fundament zu morsch. Dem Minister droht der schwerste anzunehmende politische Unfall.
