hbe. Verbände, so sagt man, fördern die Bestrebungen ihrer Mitglieder und stören die Kreise aller anderen. Jetzt hat der BVI, die Interessenvertretung der Fondsbranche, den Versuch gestartet, die Interessen der anderen mit den eigenen Interessen an einen Tisch respektive unter einen Hut zu bringen und ein Maßnahmenpaket zur Reform der krisengeplagten offenen Immobilienfonds vorgelegt. Daß diese Vorschläge nicht ungeteilte Zustimmung finden können, erklärt sich schon aus der Vielzahl der vom Eigeninteresse geleiteten Akteure, die ihr Investmentsüppchen in der Diskussion um die Immobilienfonds kochen: Die Fondsgesellschaften wollen ihre Kundengelder behalten, der Verband will einen Imageschaden abwenden, die offiziellen Stellen wollen einen flächendeckenden Immobilienbrand verhindern, und die Anleger wollen ihr Geld zurück. Daß aus diesem Interessenquadrat kein Konsenskreis wird, liegt nahe. So verwundert es nicht, daß das Maßnahmenpaket des BVI zu stumpf sein dürfte, um den gordischen Immobilieninvestmentknoten endgültig zu durchtrennen - weitere Schritte des Gesetzgebers, der Banken und vor allem der Vertriebsorganisationen müssen folgen. Trotzdem ist es der erste längst überfällige Schritt in die richtige Richtung, den die Branche da wagt, wohl wissend, daß Entschlossenheit in der Krise der halbe Weg zur Rettung ist.