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Glosse Wirtschaft Inventur

Kno. Das zum Jahreswechsel über die ehemalige Siemens-Handysparte zu eröffnende Insolvenzverfahren, die zuletzt unter BenQ Mobile firmierte, zeichnet das falsche Bild. Produkte aus Deutschland sind auf der Welt noch immer stark gefragt.

Kno. Das zum Jahreswechsel über die ehemalige Siemens-Handysparte zu eröffnende Insolvenzverfahren, die zuletzt unter BenQ Mobile firmierte, zeichnet das falsche Bild. Produkte aus Deutschland sind auf der Welt noch immer stark gefragt. Durch die Anstrengungen der Unternehmen, ihrer Mitarbeiter und ein wenig auch der Politik ist Deutschland in den vergangenen Jahren im Weltmaßstab wettbewerbsfähiger geworden. Den deutschen Unternehmen geht es deshalb gut. Die Stimmung ist prächtig, die Auftragslage ausgezeichnet. Der Bundesverband der Deutschen Industrie rechnet für 2007 mit einem höheren Wachstum als den bisher prognostizierten 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die Deutschen haben das Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land mit sehr viel weniger Arbeitslosen als noch vor zwölf Monaten beendet und blicken optimistischer in die Zukunft. So darf es gerne weitergehen. Allerdings ist die Welt nicht überall perfekt. Manche großen Unternehmen wie die Deutsche Telekom und der Reisekonzern TUI stecken selbst in wirtschaftlich glänzenden Zeiten in enormen Schwierigkeiten. Dort steht ein weiterer Personalabbau an; die Führungskräfte sind auf der Suche nach Strategien, die das Geschäft zunächst stabilisieren und mittelfristig auch wieder voranbringen können. Die Produkte des Autokonzerns Volkswagen hingegen verkaufen sich schon jetzt blendend, das Unternehmen leidet aber nach wie vor unter Überkapazitäten, den hohen Arbeitskosten in den westdeutschen Werken und zu komplexen Arbeitsprozessen. Nicht nur die Mitarbeiter von Volkswagen, TUI und der Deutschen Telekom wissen deshalb längst: Zum wirtschaftlichen Erfolg führt immer nur eine Mischung aus guten Standortbedingungen und unternehmerischem Geschick des Managements. Eine steigende Steuer- und Abgabenlast, wie sie die Deutschen im neuen Jahr verkraften müssen, und Eitelkeitsgefechte zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, von denen gerade deutsche Großkonzerne nicht völlig frei sind, helfen nicht.

Wie gut es laufen kann, zeigen zurzeit ganz besonders die mittelständischen Unternehmen des deutschen Maschinenbaus, denen ihre Produkte aus der Hand gerissen werden. Sie haben großen Anteil daran, dass Deutschland einmal mehr Exportweltmeister ist. Dazu trägt nicht zuletzt die Leistung deutscher Ingenieurkunst bei. Damit verknüpft sich aber auch eine besondere Herausforderung für die Zukunft - nicht nur für das neue Jahr: Deutschland braucht mehr Technikbegeisterung, mehr Schüler, die sich für das Studium einer Ingenieurwissenschaft entscheiden. In diesem Punkt wäre eine größere Wirksamkeit des Staates sogar hilfreich. Oder hat jemand gemerkt, dass 2006 von der Bundesbildungsministerin zum "Jahr der Informatik" ausgerufen worden war?

Quelle: F.A.Z., 02.01.2007, Nr. 1 / Seite 11

 
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Veröffentlicht: 01.01.2007, 17:35 Uhr

Flexibilität in Verruf

Von Sven Astheimer

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