16.05.2006 · pwe. Der Vorschlag der EU-Kommission, Litauen vorerst die Aufnahme in den Klub der Euro-Staaten zu verweigern, ist keine Premiere. Schon 1998, bei der Festlegung der Gründungsstaaten der Währungsunion, erfüllten weder Griechenland noch Schweden alle Konvergenzkriterien.
pwe. Der Vorschlag der EU-Kommission, Litauen vorerst die Aufnahme in den Klub der Euro-Staaten zu verweigern, ist keine Premiere. Schon 1998, bei der Festlegung der Gründungsstaaten der Währungsunion, erfüllten weder Griechenland noch Schweden alle Konvergenzkriterien. Ihnen wurde die Euro-Reife regelgemäß abgesprochen - nicht anders als Litauen heute. Insoweit sind die Urteile der Kommission wie auch der Europäischen Zentralbank über Litauen nur folgerichtig. Für das Land ist das kein Beinbruch. Mit wenigen Zusatzanstrengungen zur dauerhaften Dämpfung der Inflation kann es Litauen gelingen, in ein oder zwei Jahren die Euro-Reife zu erlangen. Und bevor bei der Regierung in Vilnius Verstimmung aufkommt, sollte sie sich an den Komiker Groucho Marx erinnern, der keinem Klub angehören wollte, der ihn als Mitglied aufnimmt. Mit seiner Wartefrist zahlt Litauen auch im eigenen Interesse den Preis dafür, daß bei künftigen Beitritten zur Währungsunion die Konvergenzkriterien geachtet werden. Im Gegensatz zum Nein für Litauen strahlt das Ja für Slowenien als Zeichen für die Anziehungskraft des Euro-Raums. Dieses Urteil wird in Slowenien von der Regierung und - nach EU-Umfragen - von der Mehrheit der Bevölkerung geteilt. Dagegen steht die Bevölkerung in Litauen dem Euro mehrheitlich ablehnend gegenüber. Auch deshalb sollte das Nein eigentlich nicht schmerzen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.385,31 | +0,62% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2539 | −0,02% |
| Rohöl Brent Crude | 107,40 $ | +0,13% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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