enn. Da hat Rot-Grün gerade noch einmal die Kurve gekriegt, um sich in Wahlzeiten den Zorn der Rentner vom Leib zu halten. Vor kurzem hatten die Rentenversicherer für die rund 19,5 Millionen Rentner eine neue Hiobsbotschaft parat. Nach den Nullrunden 2004 und 2005 sowie Zusatzbelastungen für Kranken- und Pflegeversicherung drohten nun im kommenden Jahr sogar Rentenkürzungen, warnten sie. Ursache für den Alarm: Die zunehmende Zahl der Ein-Euro-Jobs in Deutschland senkt die Lohnsumme, die wiederum die Basis für Rentenanpassungen ist. Die derzeit 200000 Ein-Euro-Jobs hätten 2006 rechnerisch eine Kürzung der Altersbezüge um 0,3 Prozentpunkte zur Folge. Eine Aufstockung auf 350000 Jobs, wie sie die Kommunen anstreben, hätte das Minus mehr als verdoppelt. Damit es zu diesen Einschnitten nicht kommt, hält Sozialministerin Ulla Schmidt die bundesamtlichen Statistiker nun zur doppelten Buchführung an: Sie werden die durchschnittliche Lohnentwicklung im nächsten Frühjahr einmal mit und einmal ohne Ein-Euro-Jobs berechnen; nur der höhere Betrag wird für die nächste Rentenanpassung herangezogen. Das klingt zwar verdächtig nach einem neuen Rechentrick - ist aber keiner, denn Ein-Euro-Jobs sind keine reguläre Beschäftigung. Konsequenterweise dürfen sie aber auch nicht dazu mißbraucht werden, die Arbeitslosenstatistik schönzurechnen.