bf. Anders als andere asiatische Länder hat Südkorea im Vorjahr eine Doppelstrategie verfolgt: Einerseits hat die Notenbank in großem Stil Dollar angekauft, andererseits zugelassen, daß der Won um 15 Prozent aufgewertet hat - viel stärker als alle Nachbarwährungen. Jetzt geht die Notenbank noch weiter: Sie will ihre Deviseninterventionen zurückschrauben und ihre Reserven von rund 200 Milliarden Dollar in andere Währungen diversifizieren. Die Ankündigungen haben die Devisenmärkte aufgeschreckt. Sollte das Beispiel Schule machen, drohte dem Dollar ein Kursrutsch. Schließlich haben asiatische Notenbanken 2004 mindestens 400 Milliarden Dollar angekauft, um eine Talfahrt des Dollar zu verhindern. Südkorea deutet an, daß diese Politik dem Ende zugehen könnte. Das rückt in den Blick, wie stark die amerikanische Geld- und Finanzpolitik inzwischen von den Entscheidungen ausländischer Politiker abhängig ist. Doch werden sich die großen Notenbanken hüten, die Leitwährung Dollar bewußt zu destabilisieren. Dagegen spricht neben ihrer gesamtwirtschaftlichen Verantwortung das Eigeninteresse: Wertet der Dollar ab, verlieren auch ihre Reserven an Wert. Auch in Korea weiß man das. Deshalb spricht einiges dafür, daß die Notenbank bei ihrer Doppelstrategie bleibt - wobei sich die Gewichte vielleicht ein bißchen mehr in Richtung auf frei schwankende Wechselkurse verschieben. Das wäre gut so.