dri. Microsoft prüft ein Übernahmeangebot für Yahoo, ein anonymer Bieter hat eine Offerte für den Daten- und Informationsanbieter Reuters in Aussicht gestellt, die Heidelcement will den britischen Baustoffkonzern Hanson kaufen, und Finanzinvestoren haben ein Angebot für den spanischen Tabakkonzern Altadis abgegeben - allein diese vier Transaktionen, die in den vergangenen 48 Stunden ans Licht der Öffentlichkeit gekommen sind, hätten einen Gegenwert von 100 Milliarden Dollar. Keine Frage, das Geschäft mit Übernahmen und Fusionen floriert. Schon der April brach alle Rekorde. Als es auf diesem Markt letztmals Schlag auf Schlag ging, Anfang 2000, folgte ein jäher Absturz. Doch damals war die "Mergermania" Ausfluss einer Internethysterie, die Aktienkurse und damit auch Kaufpreise in unrealistische Höhen trieb. Davon kann diesmal keine Rede sein. Es werden (noch) keine Mondpreise gezahlt. Und wenn doch, dann sind Anleger schnell verschnupft, wie die Reaktion auf das jüngste Übernahmevorhaben der Deutschen Börse in Amerika zeigt. Das Übernahmefieber wird so schnell nicht abkühlen. Noch rentieren Aktien deutlich höher als Fremdkapital, was zu fremdfinanzierten Barofferten geradezu einlädt. Freilich könnte man langsam auf den Gedanken kommen, dass Fremdkapital zu billig zu haben ist. Möglicherweise entwickelt sich dort - und nicht im Aktienmarkt - eine Spekulationsblase.