21.12.2007 · Seine Vorzugsbehandlung für den nun angeklagten Exvorsitzenden des VW-Betriebsrats, Klaus Volkert, habe dem VW-Konzern immerhin Milliarden erspart. Das sagte Peter Hartz als Zeuge im VW-Prozess. Für die Aufklärung der Rolle von Aufsichtschef Piëch verheißen solche Ausflüchte wenig Erfolg.
Von Joachim JahnDiesmal kam Peter Hartz vor dem Braunschweiger Landgericht ein glaubwürdiges Geständnis über die Lippen. Er sei „Überzeugungstäter“, bekannte der frühere Personalmanager des VW-Konzerns - allerdings beim Thema Arbeitsmarktreformen.
Wortreich erläuterte er sein Verständnis von „wertschöpfender Mitbestimmung“, wie er sie bei dem Autobaukonzern gepflegt - und dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder im rot-grünen Wahlkampf zur Verfügung gestellt - hatte.
Hartzsche Ausflüchte
Seine Vorzugsbehandlung für den nun angeklagten Exvorsitzenden des Weltkonzernbetriebsrats, Klaus Volkert, habe dem Unternehmen immerhin Milliarden erspart. So stellt sich also in der Sicht des früheren Arbeitsdirektors noch immer die langjährige Bestechung von Arbeitnehmervertretern durch geheime Millionenboni, die Bezahlung von Bordellbesuchen rund um den Globus und einen Scheinvertrag für Volkerts brasilianische Geliebte dar.
Vielleicht hätte ihm dieselbe Strafkammer seine Bewährungsstrafe in seinem eigenen Prozess doch nicht ohne Nachhaken spendieren sollen. Für die Aufklärung der Rolle von Aufsichtschef Ferdinand Piëch verheißen die Hartzschen Ausflüchte wenig Erfolg.
Joachim Jahn Jahrgang 1959, Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.
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