ami. Die Unfallversicherung ist die kleinste der fünf Sozialversicherungen. Als solche macht sie wenig Schlagzeilen. Das auch deshalb, weil sie allein von den Arbeitgebern finanziert wird. Dennoch ist der Reformdruck auf die Berufsgenossenschaften, die die Unfallversicherung tragen, erheblich gestiegen. Die schlechte Wirtschaftslage hat in einigen Branchen zu deutlich steigenden Beiträgen geführt. Wirtschaftsverbände und Kammern reichten den wachsenden Druck der Mitgliedschaft an die Politik weiter. Die Unfallversicherung, zumindest die Wegeunfälle, sollten privatisiert werden. Gemessen daran, wird nicht nur ordnungspolitischen Puristen der Vorschlag zur Reform der Unfallversicherung nicht weit genug gehen, den öffentliche und gewerbliche Versicherungen jetzt auf den Tisch gelegt haben. Er sollte dennoch genau geprüft werden. Denn der freiwillige Zusammenschluß der gewerblichen und staatlichen Versicherungsträger ist allemal ein besserer Plan als die angedrohte Zwangsfusion zu einer öffentlichen Körperschaft. Auch zeigt die Selbstverwaltung, daß sie sich nicht gegen Veränderungen sperrt, sondern sie mitträgt. Gestärkt wird auch das Solidarprinzip dadurch, daß alte Lasten auf alle Schultern verteilt werden. Über die sinnvolle, aber politisch derzeit kaum durchsetzbare Ausgliederung der Wegeunfälle kann dann später immer noch einmal gesprochen werden.