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Glosse Wirtschaft An die Arbeit

08.09.2006 ·  nf. Union und Wirtschaft stellen sich hinter das Kombilohnkonzept des Sachverständigenrates, SPD und die Sozialverbände halten dagegen. Doch ihre Kritik ist unehrlich. Kein Erwerbsfähiger, der arbeiten will, braucht Leistungskürzungen zu fürchten.

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nf. Union und Wirtschaft stellen sich hinter das Kombilohnkonzept des Sachverständigenrates, SPD und die Sozialverbände halten dagegen. Doch ihre Kritik ist unehrlich. Kein Erwerbsfähiger, der arbeiten will, braucht Leistungskürzungen zu fürchten. Nimmt er eine gemeinnützige Tätigkeit an oder ist eine solche nicht verfügbar, erhält er die gleiche Unterstützung wie bisher; ergattert er einen regulären Job, kann er sich noch einiges hinzuverdienen - am besten natürlich so viel, daß er keine Stütze mehr braucht. Auch stehen die 30-Prozent-Kürzung und der Arbeitszwang schon jetzt im Gesetz. Neu ist nur, daß sie von der Ausnahme zur Regel werden sollen. Gut so. Denn selbst wenn die meisten Arbeitslosen arbeiten wollen, ihre Bereitschaft dazu läßt sich zweifelsfrei nur durch die Beweislastumkehr testen. Der angenehme Nebeneffekt: Wer - regulär oder gemeinnützig - arbeiten muß, hat für Schwarzarbeit keine Zeit. Wenn das Modell eine Achillesferse hat, dann sind es die 400000 Arbeitsgelegenheiten, die zusätzlich geschaffen werden müssen, um allen, die wollen, ein Beschäftigungsangebot machen zu können. Lassen sich über mehrere Jahre so viele Parks pflegen, Schulen renovieren oder Ältere begleiten, ohne reguläre Jobs zu verdrängen? Wie jede Medizin hat auch der Ratsvorschlag gefährliche Nebenwirkungen. Doch das ist kein Grund, sie nicht zu verabreichen.

Quelle: F.A.Z., 09.09.2006, Nr. 210 / Seite 9
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