23.02.2012 · Die Schuldenkrise und die schwächelnde Tochter T-Mobile setzen die Telekom unter Druck. Im Geschäftsjahr 2011 schrumpfte der Nettogewinn um 15 Prozent. Im vierten Quartal verzeichneten die Bonner gar einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro.
Milliarden-Abschreibungen auf ihre Tochterunternehmen in den Vereinigten Staaten und Griechenland haben der Deutschen Telekom im vergangenen Jahr die Bilanz verhagelt. Der Überschuss sank 2011 auf 557 Millionen Euro von 1,7 Milliarden vor einem Jahr, wie der Bonner Konzern am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten etwa sechs Mal so viel Überschuss erwartet, nämlich 2,95 Milliarden Euro. Im vierten Quartal schrieb die Telekom sogar rote Zahlen: Für Oktober bis Dezember stand ein Verlust von 1,34 Milliarden Euro in den Büchern. Analysten hatten im Schnitt gut eine Milliarde Gewinn im Quartal erwartet.
Negativ schlugen vor allem die schlechte Geschäftsentwicklung der griechischen Tochter OTE und von T-Mobile USA zu Buche - letztere verlor 1,7 Millionen der lukrativen Vertragskunden, davon allein 800.000 im vierten Quartal. Zusammen mit hohen
Ausgaben für die Pensionäre in Deutschland summierten sich die Sonderbelastungen 2011 auf 4,5 Milliarden Euro. Ohne eine drei Milliarden Dollar schwere Überweisung von AT&T, mit der die Amerikaner die Telekom für den gescheiterten Verkauf von T-Mobile
USA entschädigten, wäre der Konzern im Gesamtjahr sogar in die roten Zahlen gerutscht.
Trotz des Gewinneinbruchs halten die Bonner die Dividende unverändert. Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr mit 0,70 Euro je Aktie bedacht werden. Das ist die Mindestgewinnbeteiligung, die die Telekom auch für 2012 zahlen will. Größter Aktionär ist
der Bund, der direkt und über die staatliche Förderbank KfW insgesamt 32 Prozent an der Telekom hält.
Für 2012 erwartet der Vorstand des 235.000 Mitarbeiter zählenden Konzerns ein bereinigtes Betriebsergebnis (Ebitda) von 18 Milliarden Euro. 2011 lag die Kennzahl bei 18,7 Milliarden Euro. Ein Grund für den voraussichtlichen Gewinnrückgang in diesem Jahr ist die lang erwartete Investitionsoffensive in den Vereinigten Staaten. Dort werden 1,4 Milliarden Dollar in den Ausbau des Mobilfunknetzes gesteckt, das damit teilweise auf den Datenturbo-Standard LTE aufgerüstet werden soll.
Die Bonner stehen in Amerika unter starkem Druck. Nicht nur bei LTE hinken sie hinterher, auch das begehrte iPhone von Apple fehlt im Gegensatz zu den Konkurrenten Verizon, AT&T und Sprint im Angebot. In den vergangenen zwölf Monaten gingen T-Mobile
USA über 1,6 Millionen Vertragskunden verloren, die Hälfte davon im vierten Quartal.
Nix wie weg
Gerhard Storm (gerhardstorm)
- 23.02.2012, 17:26 Uhr
Fehlende Kundenorientierung
klaus melzer (dotschn)
- 23.02.2012, 12:07 Uhr
Im eigenen Haus kehren
Thomas Lappe (Mambila)
- 23.02.2012, 10:52 Uhr
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