http://www.faz.net/-gqe-72zeg
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 19.09.2012, 17:57 Uhr

Gewerkschaft Verdi-Chef Bsirske drängt in Aufsichtsrat der Deutschen Bank

Bislang haben in der Deutschen Bank kleinere Gewerkschaften großes Gewicht. Nun will die große Verdi-Gewerkschaft ihren Einfluss ausbauen. Verdi-Chef Frank Bsirske will sich offenbar gleich als stellvertretender Aufsichtsratschef aufstellen lassen.

© dapd Frank Bsirske

Verdi-Chef Frank Bsirske drängt in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Die Nominierungsversammlung - bestehend aus Verdi-Delegierten der Bank - habe der Kandidatur zugestimmt, sagte eine Sprecherin der Dienstleistungsgewerkschaft am Mittwoch. Damit können die Mitarbeiter im Frühjahr 2013 den Gewerkschafts-Vorsitzenden ins Kontrollgremium wählen.

Bsirske will sich offenbar gleich als stellvertretender Aufsichtsratschef der Deutschen Bank aufstellen lassen, sagten drei informierte Personen dem Wall Street Journal Deutschland. Das käme einer Entmachtung der derzeit amtierenden stellvertretenden Aufsichtsratschefin Karin Ruck gleich. Sie sitzt als Vertreterin der mit Verdi konkurrierenden Bankengewerkschaft DBV in dem Gremium. In der alten Deutschen Bank hatten kleinere Gewerkschaften wie die DBV vergleichsweise großes Gewicht.

Mehr zum Thema

Offiziell bekannt ist derzeit nur der Wille von Bsirske, in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank einziehen zu wollen. Doch hinter den Kulissen sind seine Ambitionen kein Geheimnis: „Bsirske hat einen klaren Machtanspruch, um möglichst viel mitgestalten zu können“, sagte eine der Personen. „Daher will er sich gleich als Nummer zwei direkt hinter (Aufsichtsratschef Paul) Achleitner aufstellen lassen.“

Der Wechsel würde passen: Während der amtierenden Karin Ruck ein gutes Verhältnis zu dem früheren Chefaufseher Clemens Börsig nachgesagt wurde, gilt Bsirske als Vertrauter des Börsig-Nachfolgers Achleitner.

Der DBV vertritt zwar auch die Arbeitnehmerseite, gilt dabei jedoch als banken-freundlicher als Verdi. Vielen Arbeitnehmern sei der DBV inzwischen zu zahm, sagten zwei der informierten Personen.

Spätestens nach dem angekündigten Stellenabbau unter der neuen Führung von Anshu Jain und Jürgen Fitschen dürfte der Bedarf nach starken Interessenvertretern gestiegen sein. Bsirske gilt nach außen als Hardliner und vermag es geschickt, Druck auf die Banken aufzubauen.

Bsirkes Chancen stehen Bankinsidern zufolge nicht schlecht, da mit der Übernahme der Postbank der Einfluss von Verdi im größten deutschen Geldhaus gewachsen ist.

Quelle: Reuters / Dow Jones

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ämterhäufung Wolfgang Reitzle lässt sich von sich selbst beraten

Linde-Aufsichtsratschef Reitzle ist ein Amt nicht genug. Gleichzeitig berät er für die Investmentbank Perella Weinberg. Als Türöffner für den europäischen Markt sollte Reitzle dienen – und hat der Bank offenbar gleich Linde als Kunden zugeschanzt. Mehr Von Rüdiger Köhn, München

23.08.2016, 20:47 Uhr | Wirtschaft
Ohne Vorwarnung Mitten in Fußgängerzone reißt ein Loch auf

Das Video einer chinesischen Überwachungskamera zeigt, wie sich ohne Vorankündigung mitten in der Fußgängerzone in Lanzhou Stadt ein Loch auftut. Nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens sind zwei Personen hineingefallen und haben sich verletzt. Mehr

24.08.2016, 10:58 Uhr | Gesellschaft
Präsident der Weltbank Jim Yong Kim kandidiert für zweite Amtszeit

Jim Yong Kim ist seit zwei Jahren Präsident der Weltbank. Das möchte der Amerikaner auch bleiben. Doch intern ist der studierte Arzt umstritten. Die Rede ist von einer Führungskrise. Mehr

24.08.2016, 03:56 Uhr | Wirtschaft
Melle in Niedersachsen Linienbus wird von Güterzug erfasst

In der niedersächsischen Stadt Melle hat ein Güterzug einen Linienbus erfasst. Dabei wurden mindestens neun Personen verletzt, zwei von ihnen schwer. Insgesamt mussten drei Menschen ins Krankenhaus gebracht werden. Mehr

24.08.2016, 15:51 Uhr | Gesellschaft
DFL-Generalversammlung Bloß kein Streit ums TV-Geld – jedenfalls nicht öffentlich

Knapp 1,2 Milliarden Euro an Fernsehgeldern gibt es von 2017 an in den Fußball-Bundesligen zu verteilen. Dem Profifußball steht ein hartes Ringen um neuen Verteilungsschlüssel bevor. Mehr Von Roland Zorn, Berlin

24.08.2016, 17:21 Uhr | Sport

Verbunden auf Gedeih und Verderb

Von Martin Gropp

Der Konflikt bei VW zeigt: Die Verbindung zwischen Zulieferern und Autoherstellern ist fragil – und kann sich im Streitfall zur Abhängigkeit entwickeln. Doch beide stehen gemeinsam in der Verantwortung. Mehr 3

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden