29.03.2012 · Die Pläne für eine Schlecker-Transfergesellschaft sind vom Tisch. Das könnte sich für die meisten der 11.000 Schlecker-Frauen noch als Glücksfall erweisen, denn die Arbeitsmarktlage ist günstig.
Von Heike GöbelRichtlinien für Lesermeinungen
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Es ist beruhigend, zu lesen, dass die Mehrheit der Lesermeinungen Heike Göbel folgt
Es freut mich, dass ich mich hier anschließen darf.
Es gibt eine Reihe von Aspekten, die fragwürdig erscheinen.
Schlecker beschäftigt 50 000 Mitarbeiter in 12 Ländern. Welche
Rolle spielt das Auslandsgeschäft bei der Insolvenz? Warum wird
nicht geklärt , ob die Auslandsgesellschaften einspringen
können? Ist Herr Schlecker wirklich Pleite oder beschäftigt er
noch 40 000 Mitarbeiter im Ausland?
Eine Betriebsrätin eröffnete im ARD Morgenmagazin, dass viele
Schlecker Mitarbeiterinnen wenig Interesse haben sich um einen neuen
Arbeitsplatz zu bemühen, weil Schlecker nach Tarif bezahlt und sie
woanders weniger verdienen würden. Arbeitslosengeld ist ihnen auch
zu wenig.
Was kann eine Auffanggesellschaft leisten, was die Agentur nicht
könnte, ausser mehr Geld zu zahlen?
Sollte es so sein,
dass (bestimmte) Schleckerfrauen kein Interesse an einer
Beschäftigung in einem anderen Unternehmen haben, dann landen die
irgendwann mal zurecht in Hartz IV. Ich bin mir aber ziemlich sicher,
dass die meisten Schleckerfrauen sich um eine neue Anstellung
erfolgreich kümmern werden. Viele haben aber morgen vielleicht
schon eine neue Stelle.
Von der Transfergesellschaft hätten nur die Gewerkschaften
profitiert. Das Manöver der Linken war durchschaubar. Maximalen
Profit aus der Schlecker-Pleite schlagen, sich als Retter aufspielen. Es
ging nicht und man wirft nun der FDP Profilierungssucht vor. Man sollte
den Linken (inkl. CDU/CSU) mal einen Spiegel vorhalten.
Hätte die FDP zugestimmt, hätte man in SPON, SZ und Co. lesen
können, dass die achso böse FDP mal wieder
"umgefallen" wäre. Mit unsachlicher Kritik erreichen die
bei mir das glatte Gegenteil dessen, was die sich erhoffen. Als
langjähriger FDP-Wähler bestärkt es mich, auch beim
nächsten Male wieder die FDP zu wählen.
ist eine große Sauerei, zum Ausland werden Milliarden Euros rausgeschleudert und fürs eigene Volk ist nichts übrig. Die deutsche Regierung sollte sich echt schämen. Ich würde doch zusehen, daß das eigene Volk erstmal versorgt ist.
Transfergesellschaft für Europa ja, für Schlecker nein? Da werden sich aber die Wähler freuen.
Ich war selber mal arbeitslos. Von einer 20-Mann-Firma drei Wochen vor
Ende der Probezeit gekündigt, weil keine Aufträge mehr da
waren. Mir wäre nicht im Traum eingefallen, über das
Arbeitslosengeld hinaus staatliche Hilfe zu fordern oder zu erwarten.
Mir will nicht in den Kopf, warum andere Regeln gelten sollen, wenn es
Tausende auf einmal trifft, zumal wenn deren Arbeitsplätze
übers ganze Land verteilt sind und es noch nicht einmal
regionalpolitische Gründe für staatliches Eingreifen gibt.
Im übrigen weiß doch jeder, wie es in den Schlecker-Filialen
zuging und wie tüchtig eine Frau sein muss, die ganz allein einen
solchen Laden betrieben hat - ist das nicht eine bessere Grundlage
für eine erfolgreiche Bewerbung als das Absitzen von Kursen?
Moment mal, gar so einfach ist es nicht!
Die Mitarbeiterinnen, die bei Schlecker an der Kasse saßen oder
Regale einräumten, gehören wohl eher nicht zu den gut
Qualifizierten und viele davon arbeiteten auf dem Land, wo es mit den
Arbeitsplätzen nicht gar so gut aussieht.
Eine Transfergesellschft löst die Probleme selbstverständlich
nicht, sondern federt etwas ab. Aber acht Wochen nach dem
Insolvenzantrag 11 000 Menschen auf die Strasse zu schicken nur weil 70
Millionen EUR nicht zusammenkommen und gleichzeitig hunderte von
Milliarden an Bürgschaften im Rahmen der sogenannten
EURO-"Rettung" in der Ring zu werfen oder Miliarden zur
Subventionierung der Automobilindustrie im Rahmen einer "Nationalen
Plattform Elektromobilität" auszugeben, zeigt, dass und die
Prioritäten etwas durcheinandergekommen sind. Und das ist eine Schande!
Die unglaubliche Glaube an die Aufrichtigkeit des Insolvenzverwalters.
Wer jemals Gläubiger war, der weiß, dass dem
Insolvenzverwalter nie zu trauen ist. Denn hinter dem einzelnen
"Insolvenzverwalter" steht meißt gerne die nette kleine
Anwaltskanzlei mit 1000 Mitarbeitern. Dieser
"Insolvenzverwalter" hat nur ein Ziel, die Insolvenz zu
verländern. Denn er kann ja jetzt jeden Tag Arbeitsstunden als
Rechnung an das Insolvente Unternehmen schicken, die vor allen
Gläubigern ( also auch Mitarbeitern ) vorrang haben und sofort von
der Vermögensquote des Unternehmens bezahlt werden. Da werden dann
sinnlose Gerichtsverfahren eröffnet und noch Gutachten
eingefordert, die die Insolvenz auf 1 bis 2 Jahre verschleppen und der
Insolvenzverwalter macht das Dicke geschäft. Auch die
Bürgschaften und KfW Kredite für eine
"Überbrückungslösung" für die
Schleckermitarbeiter dient nur dazu die Kassen des Insolvenzverwalters
zu füllen.
Am Ende sind alle arbeitslos, die Gläuber gehen leer aus und nur
der Insolvenzverwalter hat ein dickes Geschäft gemacht.
Frau Göbel, Sie haben ja so recht. Aber sehen Sie sich die Nachrichten in den "Öffentlichen" und Zeitungskommentare in den meisten Zeitungen an! Es ist zum Heulen. Wenn die FDP ein Thema sucht, um Wähler zu gewinnen: hier hat sie es - es gibt nämlich in der Bundesrepublik mehr Menschen, welche die Meinung von Frau Göbel teilen - trotz oder gerade wegen oben beschriebenen der einseitigen Berichterstattung
Auf die FDP warten gar keine Aufgaben mehr, sondern nur noch die Kündigung
Auf die FDP warten gar keine Aufgaben mehr, denn spätestens nach
dem heutigen Tag wird diese Partei von ihrem Arbeitgeber, dem deutschen
Volk, die Kündigung erhalten. Dagegen gibt es dann übrigens,
ganz im Sinne der FDP, keinerlei Kündigungsschutz.
Man kann sich dann in Zukunft zusammen mit der Tierschutzpartei, der
Familienpartei, den grauen Panthern und diversen braunen Ablegern darum
streiten wer der 2% Marke am nächsten gekommen ist.
Der eine oder andere FDP Mitarbeiter wird dann wohl beim Arbeitsamt
vorbei schauen und insgeheim froh sein, daß die eigene Partei den
Sozialstaat nicht völlig platt gemacht hat...
Die FDP hat aber auch geliefert:
Eine klasse Auffanggesellschaft für die Neoliberalinskis, getarnt als Dickie "Stoneheart" Niebels unabgeschafftes Entwicklungsministerium. Da hat der Dickie viele FDP-Posten angeschafft und geliefert. So hat die FDP ihr Versprechen gehalten und wenigstens ihre eigenen Leut mit "Wohlstand für alle" beliefert. Das ist doch auch schön. Nicht schön? Ach? Korrupt und verkommen? Also nee! Verkommen? Korrupt? Aber geliefert, odrr.
Verkäuferinnen hätten Glück, dass es keine
Auffanggesellschaft gibt? Absurd. Für Frauen, die jahrelang bei
Schlecker tätig waren, sind Umschulungen für andere Branchen
erforderlich (z.B. Fleischverkauf u.a.). Was ist mit älteren Frauen
über 50? Wieviele Stellen gibt es für sie? Es ging hier um
eine Bürgschaft, die laut Insolvenzverwalter wahrscheinlich gedeckt
ist. Banken erhalten Bürgschaften in Milliardenhöhe, für
die Schwächsten gibt es keine Unterstützung.
Verantwortung geht immer alle an: M & M
"Was ist mit älteren Frauen..."
Verantwortung geht immer alle an: M & M:
Management und Mitarbeiter.
Hätten sich die Mitarbeiter eben vorher was anderes gesucht. Dass
der Laden nicht das Gelbe vom Ei war, wussten alle!
Besser jetzt auf Arbeitssuche gehen, wenn die Wirtschaft brummt, als
später.
Die FDP soll sich um den Kündigungsschutz kümmern Grüne und SPD verteilen die Geschenke
schöne Arbeitsteilung. Der Wähler wählt dann vermutlich die Leute mit den Geschenken und glaubt das sie vom Himmel gefallen sind oder den bösen Reichen weggenommen wurden.
und eine Schande, was Rot/Grün wieder treibt. Sie etablieren eine
Zweiklassengesellschaft der Arbeitnehmer. 1. Klasse sind AN, die bei
Grossunternehmen beschäftigt sind, und mit denen die Parteien
Wählerstimmen kaufen - fast schon wie in Griechenland - und eine 2.
Klasse AN die bei Kleinunternehmen beschäftigt sind. Um die
kümmert sich weder Rot noch Grün. Ist ja nicht so aufregend.
Pfui Teufel.
Dank für diesen klugen Kommentar aus kompetenter Kenntnis
volkswirtschaftlicher Tatsachen.
Tröstung mit scheinbarem Statuserhalt und dahinter liegenden
Geschäftschancen für Sozialunternehmer dient nur den letztgenannten.
Ordnungspolitische Aufgabe bleibt, weder am unteren noch am oberen Ende
der Gesellschaft Konsum zu subventionieren.
Die empörenden Beispiele für beides dürfen nicht zum
Leitbild werden. Patronatentum einer "politischen Klasse"
taugt nicht als Wirtschaftsverfassung.
Ohne Kündigungsschutzklage kein Geld von der BA
Wer das Pech hatte in jüngster Zeit auf die Versicherungsleistung der Bundesagentur "ohne" Arbeit zurück greifen zu müssen, weiß, im Zeitalter der Zielvereinbarungen kommt erst mal ein Bescheid in dem unterstellt wird ohne Kündigungsschutzklage nicht alle Möglichkeiten die Arbeitslosigkeit zu verhindern, ausgeschöpft zu haben und deshalb wird drei Monate lang nichts bezahlt, zusätzlich eine erworbene Versicherungsleistung von 1 Jahr Arbeitslosengeld auf 6 Monate Bezugsdauer gekürzt. Da kann man natürlich Widerspruch einlegen, Bearbeitungsdauer ca 6 Monate, plus Klage fast 2 Jahre bis zum Entscheid. Ja, dann doch lieber Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen und klagen.
Einfach, schlicht (sachlich) und bündig,
so stellt man sich Informationen und Argumentation von Journalisten vor
- gerade wenn sie gegen den Mainstream der Medien gerichtet sind. Weiter
so Frau Göbel! Sie sind nicht zueltzt der Grund, weshalb ich mein
Abo der FAZ noch nicht gekündigt habe, wenn ich mich oft die
Artikel Ihrer Kollegen in Politik und Feuilleton ägere, die diesem
Mainstream hinterherhecheln.
Ekke Hoffmann
Heike Göbel Jahrgang 1959, verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.
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