14.04.2009 · Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) hat sich redlich bemüht, das Anbauverbot für Genmais als eine fachlich gebotene Entscheidung darzustellen. Doch verstärkt es nur das Misstrauen gegen eine Technik, die schon jetzt wegen vieler politischer Bocksprünge viel zu sehr dämonisiert wird.
Von Konrad MrusekAgrarministerin Ilse Aigner (CSU) hat sich redlich bemüht, das Anbauverbot für Genmais als eine fachlich gebotene und nicht politisch erwünschte Entscheidung darzustellen. Dennoch konnte die Oberbayerin aus Seehofers Talentschuppen nicht verbergen, dass die Angst der CSU vor den Gentech-kritischen bayerischen Bauern und damit vor der Europawahl wohl wichtiger war als die Wissenschaft.
Ihre drei Fachbehörden waren sich nicht einig, also gab Luxemburg den Ausschlag. Das Großherzogtum hat Ende März als fünftes EU-Land sein Verbot mit aktuellen Studien begründet, wonach das Monsanto-Produkt nicht nur den schädlichen Maiszünsler unschädlich macht, sondern auch den Marienkäfer ausrotten könnte. Bei allem Respekt vor dem kleinen Luxemburg und vor den niedlichen Tierchen: Diese Begründung für eine wichtige Entscheidung in der Biotechnologie ist kurios, zumal für eine Politikerin, die früher, als sie noch nicht Amtserbin von Horst Seehofer war, sich mit Forschungspolitik befasste. Ihre Entscheidung so kurz vor der Aussaat verstärkt nur das Misstrauen gegen eine Technik, die schon jetzt wegen vieler politischer Bocksprünge viel zu sehr dämonisiert wird.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.389,13 | +0,90% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2546 | +0,04% |
| Rohöl Brent Crude | 107,57 $ | +0,29% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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