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Geldpolitik Türkei streicht der Lira sechs Nullen

25.10.2004 ·  Mit der „Neuen Türkischen Lira“, bei der sechs Nullen wegfallen, soll die niedrige Inflation kommen, so hofft Ministerpräsident Erdogan. Bis Ende 2005 gelten alte und neue Währung parallel.

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Gut zwei Monate vor der Währungsreform hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan die mit Spannung erwarteten neuen Scheine und Münzen vorgestellt. Mit der „Neuen Türkischen Lira“ (YTL), bei der sechs Nullen wegfallen, gehe das „Warten unseres Landes auf eine niedrige Inflation zu Ende“, sagte Erdogan bei der Präsentation des neuen Geldes am Montag in Ankara.

Künftig gibt es Banknoten zu einer, fünf, zehn und 20 YTL, die die bisherigen Scheine mit dem jeweiligen Wert in Millionenhöhe ersetzen. So entsprechen 20 Millionen Lira zurzeit rund zehn Euro. Ganz neu sind die Banknoten zu 50 und 100 YTL.

Die Kurus wiedererweckt

Auf allen ist vorn ein Porträt des türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk zu sehen, während auf den Rückseiten türkische Kultur- und Naturdenkmäler abgebildet sind. Außerdem sollen die neuen Scheine schwerer zu fälschen sein. Wieder zum Leben erweckt werden die vor über 20 Jahren aus dem Verkehr gezogenen Kurus; 100 Kurus entsprechen einer Lira. Die kleinste Münze hat künftig einen Nennwert von einem Kurus, die größte von einer Lira. Zurzeit steht die kleinste Münze für 25.000 Lira (ein Cent).

In einer Übergangszeit bis Ende 2005 gelten alte und neue Währung parallel. Wirtschaftsminister Ali Babacan widersprach am Montag Befürchtungen, daß Händler bei der Umstellung aufrunden und so die Inflation anheizen könnten. Der jahrzehntelange kräftige Preisauftrieb war in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Nicht zuletzt dank eines vom Internationalen Währungsfonds (IWF) durchgesetzten Reformprogramms sank die Inflation auf etwa zehn Prozent. Die neue Währung soll ab Dezember ausgegeben werden. Bis Februar soll die Umstellung zu 95 Prozent abgeschlossen sein.

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Von Holger Steltzner

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