04.01.2013 · Seit der Finanzkrise drucken Notenbanken Geld und kaufen Staatsanleihen. Nun diskutieren Amerikas Währungswächter, ob sie die bald aufhören sollen. Wieder zeigt sich: Gelddrucken löst keine Probleme.
Von Patrick BernauRichtlinien für Lesermeinungen
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"Gelddrucken löst keine Probleme". Falsch: Aus Sicht der Politkaste und der Banken löst dies sehr
wohl das Problem, nämlich wie man noch mehr Klientelpolitik
betreiben und noch mehr Geld leistungslos erhalten kann.
Aus genau diesem Grund wird ja auch Geld gedruckt.
Daß Schulden niemals mit Schulden zu bekämpfen sind, wie es
u.a. diese ''EU'' mit ihrem Schneeballsystem der Geldschwemme
erfolglos versucht, wurde bereits 1989 von Alfred Herrhausen er-
kannt, der diese Erkenntnis, mit bisher ungeklärter Täterschaft,
mit dem Leben bezahlen mußte.
So soll den noch lebenden ''EU'' Bürgern möglichst lange der
Glaube an den unendlich vermehrbaren Euro erhalten bleiben
und sie sollten bereit sein für diese ''Idee'' alles zu opfern, wobei
es keine Rolle spielt, ob diese richtig oder falsch ist.
Das finanzielle Scheitern für diese Überzeugung ist das höchste
Vollbringen. Dabei ist die Sache nichts und die Überzeugung
alles. Mögen alle scheitern, in diesem zweifelhaften Irrtum ver-
bohrt, so haben sie doch alle ihr Größtes geleistet.
Zweifellos, die jemals größte Dummheit nämlich, wenn den Irr-
sinnsparolen unser Politker z.B. mit einem - Scheitert der Euro,
dann scheitert Europa - weiterhin geglaubt wird und nichts da-
gegen unternommen wird!
Das Fiatgeldsystem als Instrument der Ausbeutung und Umverteilung
Deregulierung des Finanzsektors und Verletzung der noch bestehenden Regeln setzen marktwirtschaftliche Ordnungsmechanismen konsequent außer Kraft und führen zu einem feudalistischen Lotteriespiel, bei dem Gewinner und Verlierer von Anfang an feststehen. Denen im Licht schenkt es Pfründe, denen im Schatten beschert es Schulden, Arbeitslosigkeit, Inflation und den Verlust von Ersparnissen und Renten.
kein Problem. Obama will jetzt Billionenmünzen herstellen. Davon braucht er nur 17 Stück und der Schuldenladen ist wieder solvent. Spass? Wird gerade auf SZ ausgebreitet.
Entweder ist es ein PR-Gag der Fed, um Solidität vorzugaukeln
Denn wie soll denn sonst der Militärhaushalt (plus Anteile an
Haushaltsposten Geheimdienst und Nuklear) finanziert werden, auf dem der
Wert des Dollars immer mehr beruht?
Die Monopolstellung des Dollars und dessen Annahmezwang für
Ölexporteure, aber auch für europäische wie
fernöstliche Verbündete, wirken wie Tribute, was zur Folge
hatte und hat, dass die einheimische Produktionsbasis in den letzten
Jahrzehnten wie im Rom der Kaiserzeit vernachlässigt worden ist.
Und eine Reindustrialisierung per Energieverbilligung wäre ein
längerfristiges Projekt, falls überhaupt möglich.
Falls die Fed es ernst meint - die Ressourcenkriege stossen gerade in
Syrien als Vorposten Persiens an ihre Grenzen; Russland hat dort seine
Iskander-Raketen aufgestellt.
Bliebe eigentlich nur noch, v.a. die Saugpumpen ESM (ESM-Forderungen
sind ausserdem nachrangig ggü. denen des IWF, in dem die USA ein
Vetorecht besitzen) und die Draghi-EZB zur Rettung der
US-Finanzinstitute noch schneller laufen zu lassen.
und was sagt uns das?
der mensch lernt nie aus der geschichte, niemals nie... es ist
nämlich alles schon mal dagewesen...
aber scheinbar sind wir dazu verdonnert, immer das gleiche immer wieder
und nochmal und nochmal zu wiederholen...
"wo in ganz aehnlicher Weise das allmaechtig regierende Kapital den
Mittelstand zugrunde gerichtet, den Handel und die Gutswirtschaft zur
hoechsten Bluete gesteigert und schliesslich eine gleissend
uebertuenchte sittliche und politische Verwesung der Nation
herbeigefuehrt hatte."
das könnte genauso gut heute geschrieben worden sein.
Nec gemino bellum Troianum orditur ab ovo
Siehe Theodor Mommsen, Röm. Geschichte, geschrieben 1854-85:
"Wie die Stroeme in verschiedenen Farben spiegeln, die Kloake aber
ueberall sich gleich sieht, so gleicht auch das Italien der
ciceronischen Epoche wesentlich dem Hellas des Polybios und bestimmter
noch dem Karthago der hannibalischen Zeit, wo in ganz aehnlicher Weise
das allmaechtig regierende Kapital den Mittelstand zugrunde gerichtet,
den Handel und die Gutswirtschaft zur hoechsten Bluete gesteigert und
schliesslich eine gleissend uebertuenchte sittliche und politische
Verwesung der Nation herbeigefuehrt hatte. Alles, was in der heutigen
Welt das Kapital an argen Suenden gegen Nation und Zivilisation begangen
hat, bleibt so tief unter den Greueln der alten Kapitalistenstaaten, wie
der freie Mann, sei er auch noch so arm, ueber dem Sklaven bleibt; und
erst wenn Nordamerikas Drachensaat reift, wird die Welt wieder aehnliche
Fruechte zu ernten haben."
@Gerhard Rohlfs:Diese Info gehörte auch in den Latein-Unterricht und nicht bloß dorthin
...." wirken wie Tribute, was zur Folge hatte und hat, dass die
einheimische Produktionsbasis in den letzten Jahrzehnten wie im Rom der
Kaiserzeit vernachlässigt worden ist.".....
Rom hat die anderen unterworfenen Völker geplündert.Eine
eigene Produktionsbasis ,die Zukunftsgerichtet gewesen
wäre,aufzubauen,war bei den Römern nicht vorhanden.Das
gehört auch zum Wissen,um die römische Zivilsation unterm
Strich beurteilen zu können.Schade,dass am Gymnasium oder in
Vorlesungen an der Uni diese Aspekte praktisch nicht behandelt werden.
Die Slavenhaltergesellschaft hat den Druck überhaupt nicht
aufkommen lassen,dass Rom eine eigene Produktionsbasis auf Dauer
hätte aufbauen müssen.----
Ähnliches ,wenn auch nicht vergleichbar,gilt auch für die
Abhängigkeit vom Dollar.
Ich bin ökonomisch nicht wirklich bewandert, möchte aber die
Vorgänge im Großen und Ganzen verstehen.
Die FED schafft elektronisch Geld ( "Gelddrucken" ) und kauft
davon amerikanische Staatsanleihen. Das Geld aus dem Verkauf der
Staatsanleihen verwendet dann die amerikanische Regierung um ihre
Schulden bei den Gläubigern zu bezahlen. Das ist mit dem 45
Milliarden Dollar "Schuldenkauf" gemeint oder ?
2.Frage: Muss die amerikanische Regierung nun in ein paar Jahren die
verzinste Geldmenge an die FED zurückbezahlen? Was macht diese dann
mit dem Geld ? Weiter Staatsanleihen kaufen oder kann sie auch das Geld
"vernichten" um somit die umlaufende Geldmenge und damit die
Inflation zu reduzieren ?
Würde mich über verständliche Antworten freuen.
@Saller: "Das ist mit dem 45 Milliarden Dollar "Schuldenkauf" gemeint oder ?": Ja.
Wobei, wenn der Gläubiger bereits die FED war, dies wie eine
Schuldenlaufzeitverlängerung wirkt.
2. Frage: Sie muss das Geld zurückzahlen, inkl. Zinsen, wobei die
Zinsen wieder an das Finanzministerium zurückfliessen. Das Geld
wird bei Rückzahlung vernichtet.
Aber: Dies geschieht natürlich nie, es ist nicht geplant,
tatsächlich unterm Strich etwas zurückzuzahlen, sondern es
wird zeitgleich eine noch größere Summe aufgenommen
("Staatsanleihen verkauft"), um die Altschulden
"abzubezahlen". Im Ergebnis wird die Geldmenge also mindestens
gleich bleiben, realistisch aber steigen.
Steigt die Geldmenge, geht damit automatisch eine Geldentwertung einher
und die Politkader verschaffen sich damit den Zugriff auf einen
größeren Anteil am BIP. Anders ausgedrückt: Sie stehlen
den Bürgern einen Teil der Arbeitsfrüchte und zwar über
das Maß hinaus, wie sie es durch Steuern ohnehin tun. Die
Geldmengenerhöhung wirkt damit ähnlich wie eine Steuer,
deswegen spricht man von Inflationssteuer.
Bin sehr gespannt auf die Entwicklung der Aktienkurse
Da die Kursrally von der Geldschwemme beflügelt wurde, könnten
die Kurse rasch nach unten abrutschen. Vor allem, wenn die Eurokrise
anhält und sich das Wachstum in Asien weiter verlangsamt. Seihen
wir mal froh, dass die Inflation bis jetzt nur langfristige Sachwerte
(Aktien, Gold, Immobilien) betroffen hat.
Die Kriseländer müssen sicherstellen, dass Geld bei den
kleinen Betrieben ankommt, damit diese investieren können. Die
bisherigen Instrumente haben dies nicht ausreichend bewerkstelligt.
Und noch ein Grund für das Rausstehlen des Geldes:
Damit soll den kleineren und mittleren Betrieben, die nicht wie die
Konzerne die Möglichkeit haben, ihre Steuerlast künstlich
durch Nutzung von Steueroasen etc. klein zu rechnen, die Konkurrenz- und
Wachstumsmöglichkeit ggü. Großfirmen und vor allem
internationalen Konzernen genommen werden, sie sollen künstlich
klein gehalten werden.
Dieser Umstand und auch die anderen sind zwar vielleicht nicht allen
Politikern bewusst, aber für das Ergebnis spielt dies auch keine
Rolle. Die Politiker verhalten sich so, als ob sie den
Arbeitlosenverwaltern, den Banken und den Konzernen Geld und Macht
zuschanzen möchten. Und nur darauf kommt es an, nicht, ob ihnen das
klar ist oder nicht.
"dass Geld bei den kleinen Betrieben ankommt, damit diese investieren können"
Das Geld ist dort bereits vorhanden, Jahr für Jahr wird es
erwirtschaftet, es wird aber via Steuern rausgestohlen, damit die
Betriebe keine Arbeitsplätze schaffen, so dass es unnötig
viele Arbeitslose gibt, damit die Umverteilungsbürokraten genug zu
tun haben, und es wird weggestohlen, um die Betriebe in die Fänge
der Banken zu treiben, damit diese sich auch noch an den
Arbeitsfrüchten, die dort real erwirtschaftet werden, gütlich
tun können.
Wo ist der Unterschied?
hat immer ein Überangebot an Geld zur Folge. Wenn man an das
Kenyesianische Totalmodell denkt, folgt hieraus eine Rechtsverschiebung
der LM-Kurve, was auf kurze Sicht zwar zur Erhöhung des
gesamtwirtschaftlichen Einkommens und zur Zinssenkung führt, auf
lange Sicht werden diese Effekte aber wieder durch eine Erhöhung
der Preise und mithin der Zinsen aufgefressen. Der Reallohn als Quotient
aus Nominallohn und Preisniveau sinkt mit steigenden Preisen usw... Die
Auswirkungen auf Arbeitsmarkt & Co. lasse ich mal fort.
Letztlich bringt in diesem Modell Gelddrucken kurzfristig Entlastung,
langfristig aber nichts. Einzig Investitionen in bessere
Produktionstechniken sowie Bildung können das Produktionsniveau und
auch das gesamtwirtschaftliche Einkommen steigern und somit die
Volkswirtschaft vorantreiben.
Die USA werden ihre Mentalität nicht ändern, solange das Gelddruckmonopol der von privaten Akteuren unterwanderten FED bestehen bleibt. Wiedereinführung des Goldstandards oder private Währungen heißen die einzigen Alternativen!
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.01.2013 13:34 UhrRichtig
Die Goldmengenbegrenzung hat Ende der zwanziger Jahre dazu geführt, dass der Name Brüning heute ein Schimpfwort ist. Da haben Sie recht!
Ihre Analyse des Problems ist
meiner Meinung nach richtig!
Worin ich nicht zustimme, sind die Lösungen: Warum soll man die
exponentiell wachsende Weltwirtschaft an ein Edelmetall koppeln, dessen
Menge sich fast nicht mehr ändert?? Da sagt einem schon die
Mathematik der Unterstufe, daß das kaum funktioniert.
Private Währungen würden wohl das Wechselkursproblem ins
Unendliche steigern- im Prinzip muß dann jeder Supermarkteinkauf
die Wechselkurse berücksichtigen.
Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller, die Kredite der
Zentralbanken an Marktmechanismen zu koppeln, z.B. daran, wieviele
Kundeneinlangen(=Kundenkredite!) die Bank erhalten hat.
Das Gelddrucken hat den alleinigen Zweck, Arbeitsfrüchte der Bürger den Parteikadern
sowie den Banken zuzuschanzen. Sonst gar nichts.
Die Propagandalüge, dass das Gelddrucken "Geld in die
Wirtschaft bringt, um die Nachfrage nach Gütern zu stärken und
die Wirtschaft zu stützen" ist eben genau das: Eine dreiste
Lüge, die nichts, aber auch gar nichts mit der Realität zu tun.
Das Gelddrucken nützt der Politkaste, weil sie auf diese Weise
perfide hintenherum einen größeren Teil des BIP in ihre
Hände bekommt, als sie dies (ehrlich) über Steuern bekäme.
Und die Banken erhalten leistungslose Gewinne bzw. die Bankiers
leistungslose Einkommen, die ausschließlich darauf
zurückzuführen sind, dass sie das Geld kostenlos selbst
erzeugen können (Geldschöpfung aus dem Nichts) und sich darauf
verlassen können, dass alle Preise ständig steigen.
Dieser ganze verbrecherische, schwerstkriminelle Sumpf gehört
sofort und rückwirkend trockengelegt. Das Gelddrucken muss unter
Strafe gestellt werden, als Kapitalverbrechen.
Der mögliche Minsky-Moment 2013/2014: Die Fed ist machtlos!
Sie schreiben bezüglich der Anleihekäufe: "Nicht mal die
(Aktien-)Kurse bewegen sich noch großartig, die Wirkungen auf die
Realwirtschaft sind zweifelhaft."
Das sehe ich ähnlich. Es wurde eine neue Geldblase geschaffen und
die Preise von Aktien und Rohstoffen in die Höhe getrieben.
Irgendwann, z.B. bei schlechter Konjunktur trotz Geldschwemme, erkennt
der Markt, daß die Fed-Massnahmen nicht helfen. Dann platzt die
nächste Blase. Wer rettet dann? Ich sehe niemanden und die Fed gilt
dann als machtlos. Ich befürchte das wird schauderhaft!
Dennoch glaube ich, daß die Fed-Massnahmen momentan dem
Finanzsektor in den USA helfen, schlechte Assets bei der Fed zu
deponieren und dadurch gesünder zu werden.
Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?
Sollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abgeschafft werden?
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Soll die Selbstanzeige für Steuerhinterzieher abgeschafft werden?