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Geldpolitik in der Euro-Krise : Ein EZB-Kreditkaufprogramm ist eine schlechte Idee

Die Idee, die Europäische Zentralbank solle verbriefte Unternehmenskredite aus Südeuropa aufkaufen, ist wenig tauglich. Sie übernähme Verantwortung für ein Problem, das nicht das ihre ist.

          Die Idee, die Europäische Zentralbank solle verbriefte Unternehmenskredite aus Südeuropa aufkaufen, ist wenig tauglich. Der Grund hierfür ist nicht, dass Zentralbanken aus grundsätzlichen Gründen überhaupt keine Unternehmenskredite in ihre Bücher nehmen dürften.

          Das haben sie über Jahrhunderte unter der Bezeichnung Diskontgeschäft getan. Es war sogar eines ihrer Kerngeschäfte und es wurde auch von der Deutschen Bundesbank betrieben. Die im Rahmen des Diskontgeschäfts aufgekauften Wechsel sind nichts anderes als verbriefte und damit handelbar gemachte Unternehmenskredite gewesen.

          Die unbefriedigende Kreditvergabe in Südeuropa liegt nicht an der Geldpolitik

          Die Idee eines Aufkaufprogramms für verbriefte Unternehmensanleihen durch die EZB taugt aus einem anderen Grund nichts: Die EZB übernähme Verantwortung für ein Problem, das nicht das ihre ist. Sie leistete einer weiteren Überforderung der Geldpolitik Vorschub.

          Die aus gesamtwirtschaftlicher Sicht unbefriedigende Kreditvergabe in Südeuropa ist nicht das Ergebnis einer zu wenig großzügigen Geldpolitik. Sie erklärt sich mit leistungsschwachen Banken und geringer Zuversicht der Unternehmen. Es sind die Regierungen, die durch Reformen Zuversicht erzeugen müssen.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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          Quelle: F.A.Z.

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