Home
http://www.faz.net/-gqe-quhf
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Geldpolitik HSBC legt Deutschland Austritt aus der Währungsunion nah

13.07.2005 ·  Das größte europäische Bankhaus HSBC hat Deutschland den Austritt aus der Währungsunion aus fiskalpolitischen Erwägungen nahe gelegt. Allerdings betont das Bankhaus den hohen politischen Wert der Währungsunion.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Das größte europäische Bankhaus HSBC hat Deutschland den Austritt aus der Währungsunion aus fiskalpolitischen Erwägungen nahe gelegt. „Es gibt gute ökonomische Gründe, die Euro-Zone zu verlassen“, berichteten Medien unter Berufung auf eine Studie des Instituts.

Die beiden Verfasser der Studie gehen davon aus, daß sich die Währungsunion in einer Krise befinde, die sich weiter verstärken werde, wenn nicht strukturelle und fiskalpolitische Reformen eingeleitet würden.

Höhere Staatsausgaben sollen die Konjunktur ankurbeln

Durch einen Austritt aus der Währungsunion würde das Deutschland die „Möglichkeit gewinnen, ein angemesseneres (niedrigeres) Zinsniveau zu setzen“. Zudem könne das Land dann mit höheren Staatsausgaben und Steuersenkungen die Konjunktur ankurbeln und so der Gefahr einer Deflation vorbeugen.

„Die Regierung hat eine größere Kontrolle über die Fiskalpolitik und könnte sie als Mittel benutzen um einem allgemeinen Preisverfall entgegenzuwirken“, heißt es in der Studie. Wie die HSBC-Experten argumentieren, sei es Deutschland dank niedriger Inflationsrate gelungen, die Wettbewerbsfähigkeit in der Währungsunion zu verbessern. Dieser Effekt werde aber dadurch mehr als wettgemacht, daß der preisbereinigte Zins für das Land zu hoch sei.

Währungsunion von hohem politischen Wert

„Die Vorteile durch den realen Wechselkurs, die sich aus der geringen Inflation ergeben, werden offensichtlich überkompensiert durch die zu hohe reale Inflationsrate“, schreibt HSBC. Allerdings zeige das Beispiel Japan, daß „eine unabhängige Geldpolitik alleine keine Garantie für wirtschaftlichen Erfolg ist“. Die Bundesregierung hatte in der Vergangenheit wiederholt argumentiert, der einheitliche Zins der Europäischen Zentralbank (EZB) sei für Deutschland zu hoch. EZB und Bundesbank hatten dies zurückgewiesen und die Vorteile der Währungsunion betont.

Die Autoren der Studie hoben jedoch hervor, ein Austritt einzelner Länder aus der Währungsunion sei aus politischen Erwägungen nicht ratsam und unterstrichen den politischen Wert der Währungsunion.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Böses Spiel

Von Holger Steltzner

Mit größter Selbstverständlichkeit und in unerträglichem Ausmaß zahlt die Elite Griechenlands keine Steuern und flüchtet mit Milliarden ins Ausland - und jede griechische Regierung lässt sie gewähren. In den Geberländern wächst die Wut der Steuerzahler. Mehr 35 140

29.05.2012 11:23 Uhr
  Vortag
Dax 6.368,27 +0,71%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.387,83 +0,80%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
EUR/USD 1,2546 +0,04%
Rohöl Brent Crude 107,57 $ +0,29%
Gold 1.574,60 $ +0,32%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.