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Geldpolitik Himmlisch niedrig und doch zuviel

18.01.2007 ·  Die Verbraucherpreise in der Europäischen Währungsunion sind 2006 um 2,2 Prozent gestiegen. Viele Ökonomen und Politiker empfinden diese Inflationsrate als himmlisch niedrig. Doch der Euro hat seit dem Beginn der Währungsunion fast 19 Prozent an Wert verloren. Das ist zu viel.

Von Patrick Welter
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Die Verbraucherpreise in der Europäischen Währungsunion sind im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent gestiegen. Angesichts der kräftigen Verteuerung von Öl und Energie, gegen die Notenbanker machtlos sind, ist das für die Europäische Zentralbank kein schlechtes Ergebnis.

Es ist aber auch kein guter Jahresabschluss: Zum siebten Mal nacheinander lag die Inflationsrate im Euro-Raum über der Preisniveaustabilitätsnorm von unter, aber nahe 2 Prozent, welche die EZB sich auf mittlere Frist gesetzt hat und was man als rund 1,7 Prozent verstehen darf. Diese andauernden Verfehlungen kratzen an der Glaubwürdigkeit der Zentralbank.

Himmlisch niedrig und doch zuviel

Viele Ökonomen und Politiker gehen darüber locker hinweg. Sie empfinden eine Jahresinflationsrate von 2,2 Prozent im Vergleich zu früheren Jahrzehnten als geradezu himmlisch niedrig und halten die Preisniveaustabilitätsnorm der EZB ohnehin für zu ambitioniert.

Die Verbraucher im Euro-Raum aber merken tagein, tagaus in ihren Portemonnaies, dass auch geringe Abweichungen von der Preisniveaustabilität sich über die Jahre in einer drastischen Geldentwertung zeigen.

Gemessen an der Binnenkaufkraft, hat der Euro seit dem Beginn der Währungsunion fast 19 Prozent an Wert verloren. Das ist zu viel und müsste eigentlich jeden verantwortungsbewussten Politiker davon abhalten, der Zentralbank eine zu strikte Geldpolitik vorzuwerfen.

Quelle: F.A.Z., 18.01.2007, Nr. 15 / Seite 9
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Jahrgang 1965, Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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