21.07.2004 · Die amerikanische Wirtschaft könnte nach Einschätzung des Notenbank-Präsidenten Alan Greenspan im nächsten Jahr von einer größeren Risikobereitschaft der amerikanischen Unternehmen profitieren.
Die amerikanische Wirtschaft könnte nach Einschätzung des Notenbank-Präsidenten Alan Greenspan im nächsten Jahr von einer größeren Risikobereitschaft der amerikanischen Unternehmen profitieren.
Derzeit verhielten sich die Firmen bei Investitionen und Neueinstellungen ungewöhnlich vorsichtig, sagte Greenspan am Mittwoch bei der Vorlage seines halbjährlichen Konjunkturberichts vor dem Finanzdienstleistungsausschuß des amerikanischen Repräsentantenhauses. Dabei lieferte er den Abgeordneten eine nahezu identische Rede wie am Vortag dem Bankenausschuß des Senats.
Gemäßigte Straffung der Geldpolitik angestrebt
Darin hatte sich Greenspan zuversichtlich zu den Aussichten der amerikanischen Konjunktur geäußert und zugleich bekräftigt, die Geldpolitik in gemäßigtem Tempo straffen zu wollen. „Wir sind weit von dem in anderen Expansionsphasen üblichen Verhalten entfernt", antwortete der Chef der amerikanischen Notenbank Fed auf entsprechende Fragen von Abgeordneten. Die Unternehmen zeigten eine außergewöhnliche Zurückhaltung bei Investitionen, dem Lageraufbau und der Festeinstellung neuer Mitarbeiter.
Die Zuversicht scheine aber bis zu einem gewissen Grad zurückzukehren. „Das könnte einer der Gründe sein, warum die schrittweise Expansion, die wir jetzt augenscheinlich erleben, Positives für das nächste Jahr verheißen könnte", sagte er. Für die geringe Risikobereitschaft der amerikanischen Firmen machte Greenspan das Platzen der Blase am Aktienmarkt im Jahr 2000 und die dann folgenden Unternehmensskandale verantwortlich.
Noch immer Angst vor Terroranschlägen
Zudem spiele vermutlich Angst vor Terroranschlägen eine Rolle. „Ich glaube, daß das Thema eines möglichem Terrorismus' latent fortbesteht. Es ist da", sagte er. Er könne jedoch nicht beurteilen, wie viel Gewicht ihm zukomme. Die amerikanische Wirtschaft habe eine Phase selbst tragenden Wachstums erreicht, wiederholte Greenspan seine Aussagen vom Vortag. Die Inflation stelle offenbar kein größeres Risiko für die Wirtschaft dar.
Deshalb werde die amerikanische Notenbank an ihrer Politik einer maßvollen Beendigung der Phase lockerer Geldpolitik festhalten. Allerdings sei sie gewappnet, entsprechend zu reagieren, um die Inflation unter Kontrolle zu halten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.387,83 | +0,80% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2546 | +0,04% |
| Rohöl Brent Crude | 107,57 $ | +0,29% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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