06.05.2004 · Der Rat der Europäischen Zentralbank hat bei seiner Sitzung am Donnerstag den Leitzins wie erwartet bei 2 Prozent gelassen. Die Bank of England dagegen hat erwartungsgemäß die Zinsen um 25 Basispunkte angehoben.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Leitzinsen weiter konstant. Der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft in der Eurozone mit Zentralbankgeld bleibt damit unverändert bei 2,0 Prozent. Das teilte die EZB nach ihrer Ratssitzung mit, die an diesem Donnerstag in Helsinki stattfand.
Die EZB hat ihre verhalten optimistische Einschätzung hinsichtlich der Konjunkturentwicklung im Euroraum beibehalten und sieht mittelfristig auch keine ernsthaften Gefahren für die Preisstabilität.
Die Geldpolitik der EZB stehe weiterhin im Einklang mit Preisstabilität, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Vor diesem Hintergrund, so Trichet, habe die Notenbank ihre bisherige geldpolitische Einschätzung beibehalten. Der EZB-Präsident betonte, daß die über das gesamte Fristenspektrum niedrigen Zinsen die konjunkturelle Erholung im Euroraum stützen würden.
EZB rechnet mit Exportwachstum im Euro-Raum
Mit Blick auf die sehr kurzfristigen Konjunkturperspektiven sprach Trichet von immer noch sich widersprüchlich entwickelnden Indikatoren. Dennoch zeigten diese an, daß sich die wirtschaftliche Erholung im Euroraum in diesem Jahr fortgesetzt habe, wenngleich das Wachstumstempo moderat sei. Die jüngsten verfügbaren Informationen seien aber ermutigend. Sie deuteten auf eine Fortsetzung und Festigung der konjunkturellen Aufwärtsbewegung hin.
Trichet verwies vor allem auf das anhaltend robuste globale Wachstum, und die damit einher gehende Stärke des Welthandels. Vor diesem Hintergrund erwarte die EZB für den Euroraum dieses und kommendes Jahr ein deutliches Wachstum der Exporte. Zudem seien die Finanzierungsbedingungen sowie eine verbesserte Entwicklung der Unternehmensgewinne günstig für die Investitionsbereitschaft der Unternehmen.
Bank of England mit dritter Zinserhöhung seit November
Unterdessen hat die Bank von England (BoE) ihren Leitzins am Donnerstag wie an den Finanzmärkten erwartet zum dritten Mal seit November um 25 Basispunkte angehoben. Der Schlüsselzins betrage nun 4,25 Prozent, teilte die Zentralbank in London mit.
Der globale Wirtschaftsausschwung setze sich fort, und in Großbritannien liege die Industrieproduktion nahe oder über dem Trendwachstum, erklärte die BoE. Umfragen deuteten auf ein verstärktes Wachstum hin, während der Einzelhandel weiter eine robuste Entwicklung verzeichnet. Unterstützt werde der private Verbrauch durch steigende Einkommen und einen unerwartet starken Preisanstieg im Immobiliensektor.
Die Teuerungsrate liege unter dem Inflationsziel von 2 Prozent und dürfte auf kurze Sicht dort bleiben, erklärte die Notenbank weiter. Doch das Gewinnwachstum habe angezogen und die Rohstoffpreise seien stark gestiegen.
Bei geringen Kapazitätsreserven wird sich nach Einschätzung des Geldpolitischen Ausschusses (MPC) trotz des starken Pfund Sterling vermutlich ein Inflationsdruck aufbauen. Vor diesem Hintergrund habe der MPC entschieden, daß eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte nötig ist, um die Inflation in Grenzen zu halten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.387,83 | +0,80% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2546 | +0,04% |
| Rohöl Brent Crude | 107,57 $ | +0,29% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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