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Geldpolitik EZB beläßt Leitzins bei drei Prozent

31.08.2006 ·  Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Leitzinsen vorerst konstant. Erst für Anfang Oktober erwarten Volkswirte, daß die Währungshüter die Zügel weiter straffen werden.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Leitzinsen vorerst konstant. Nach einer Anhebung um 0,25 Prozentpunkte Anfang August beträgt der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft im Euroraum mit Zentralbankgeld damit nach wie vor 3,00 Prozent. Das teilte die EZB am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit.

Fast alle Volkswirte gehen davon aus, daß die Währungshüter Anfang Oktober erneut die Zügel straffen und den Leitzins auf 3,25 Prozent erhöhen. In diesem Jahr könnte dann noch eine weitere Anhebung folgen.

Vierte Anhebung seit Dezember 2005

Seit Dezember 2005 hob die EZB die Zinsen bereits vier Mal an und erhöhte zuletzt auch ihr Tempo. Grund ist der anhaltende konjunkturelle Aufschwung in der Eurozone, während gleichzeitig die Inflation über der kritischen Marke von 2,0 Prozent verharrt. Im August betrug sie nach ersten Schätzungen des Europäischen Statistikamts 2,3 Prozent.

Die EZB dürfte angesichts der anhaltenden Inflationsrisiken in gut einem Monat ein weiteres Mal die Leitzinsen erhöhen. Trichet betonte nach der Sitzung des EZB-Rats, daß „starke Wachsamkeit“ wesentlich sei, um zu gewährleisten, daß die Risiken für Preisstabilität eingedämmt blieben. Mit dem Begriff „Wachsamkeit“ hat die EZB in diesem Jahr alle Zinserhöhungen einen Monat im Voraus angekündigt. Beobachter hatten erwartet,
daß Trichet dieses Signal wieder verwenden wird. Die EZB habe hiermit „de facto angekündigt, daß die Bank Anfang Oktober die Zinsen anhebt“, sagte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.

Trichet: Jüngste Zinserhöhung gerechtfertigt

Trichet verwies in seinen „Einleitenden Bemerkungen“ darauf, daß sich die jüngste Zinserhöhung Anfang August als gerechtfertigt erwiesen habe. Auch nach dieser geldpolitischen Straffung seien die Leitzinsen der EZB real und nominal niedrig. Es gebe weiterhin reichlich Liquidität, vor diesem Hintergrund sei die Geldpolitik weiterhin „akkommodierend“.

Sollte sich das konjunkturelle Basisszenario der EZB weiterhin bestätigen, „ist eine schrittweise Rückführung des monetären Akkommodierungsgrades auch weiterhin gerechtfertigt“, erklärte der EZB-Präsident. Er verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, daß eine Verankerung der Inflationserwartungen auf einem preisstabilitätsgerechten Niveau von wesentlicher Bedeutung sei.

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