05.03.2009 · Die EZB hat ihren offiziellen Leitzins wie erwartet auf 1,5 Prozent gesenkt. Da die Zentralbank den Banken aber sehr viel Geld zuteilt, dürfte sich der am Geldmarkt zu zahlende Zins eher bei rund 0,5 Prozent einpendeln, also nahe null. Die Geldpolitik ist so expansiv wie nie zuvor in der Nachkriegsgeschichte.
Von Gerald BraunbergerDie Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren offiziellen Leitzins wie erwartet auf 1,5 Prozent gesenkt. Da die EZB den Banken aber sehr viel Geld zuteilt, dürfte sich der am Geldmarkt zu zahlende Zins eher bei rund 0,5 Prozent einpendeln, also nahe null.
Damit hat die EZB die traditionelle Zinspolitik als geldpolitisches Instrument nahezu ausgereizt. Ob sie wie andere Zentralbanken zu ergänzenden Mitteln greifen wird wie zum Beispiel dem direkten Kauf von Staatsanleihen, hat Präsident Jean-Claude Trichet offengelassen.
So expansiv wie niemals zuvor in der Nachkriegsgeschichte
Die neue Projektion der EZB für die Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone belegt ebenfalls, dass die Währungshüter eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage erwarten. Viel mehr, als sie jetzt leistet, wird man von der Geldpolitik nicht mehr erwarten können. Sie ist so expansiv wie niemals zuvor in der Nachkriegszeit und schafft damit ein Fundament für einen späteren Aufschwung der Wirtschaft.
Wann die Geldpolitik ihre stimulierende Wirkung entfalten wird, lässt sich nicht genau vorhersagen. Aber wenn sie einmal wirkt, dürfte sie ein erhebliches Inflationspotential in sich bergen, auf das die EZB dann zupackend reagieren muss.
Gerald Braunberger Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.
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