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Geldpolitik China gibt sich selbstbewußt

04.02.2004 ·  Nach Ansicht der chinesischen Regierung kommt eine Aufwertung der Währung in diesem Jahr nicht in Frage. Mit dieser Meinung steht die Regierung in China ziemlich alleine da.

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Nach Ansicht der chinesischen Regierung kommt eine Aufwertung der Währung in diesem Jahr nicht in Frage. Mit dieser Meinung steht die Regierung in China ziemlich alleine da. Die überwiegende Mehrheit westlicher Analysten erwartet, daß Peking sehr wohl und bald eine Neubewertung ihres in einer engen Bandbreite zwischen 8,2760 und 8,2800 an den Dollar gekoppelten Renminbi vornehmen werde. Grund dafür sei auch der Einfluß des Westens, heißt es. Beim G-7-Gipfel in Dubai waren es vor allem die Amerikaner, die in die Abschlußerklärung die Forderung nach mehr Flexibilität der Währungen aufnehmen ließen - gerichtet an Japan, Südkorea, aber vor allem an China. Geändert hat sich seitdem wenig, auch wenn sich China mit milliardenschweren Käufen amerikanischer Waren bemühte, die Wogen zu glätten.

Die chinesische Regierung bringt mehrere Argumente gegen eine rasche Aufwertung oder Wechselkursfreigabe vor: Das erste Ziel der Regierung laute innenpolitische Stabilität und damit Wirtschaftswachstum. Auch Analysten meinen, daß jeder abrupte Eingriff das fragile Gemäuer von Chinas Volkswirtschaft erschüttern und zum Einsturz bringen könnte. Und die von den Amerikanern beklagten Niedrigpreise auf dem Weltmarkt kämen zahlreichen amerikanischen Unternehmen zugute, die in der Volksrepublik produzierten.

Der wahrscheinlichste Weg Chinas wird sein, zunächst die Konvertibilität der Währung zu erhöhen (wie schon in Hongkong geschehen), dann den Währungskorb zu vergrößern, um schließlich einen freien Wechselkurs einzuführen. Noch aber, so heißt es in Peking, seien weder die Institutionen noch das Finanzsystem auf die Folgen vorbereitet. Und diktieren lassen sich die Chinesen auch von Washington nichts. Seine Währungsreserven von gut 400 Milliarden Dollar hat China zu weiten Teilen in amerikanischen Staatsanleihen geparkt. Damit besitzt das Land mehr Einfluß auf Amerikas Finanz- und Wirtschaftspolitik, als den Amerikanern lieb sein dürfte.

Quelle: che., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.02.2004, Nr. 30 / Seite 12
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