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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Geldmangel Die Erasmus-Stipendien sind in Gefahr

 ·  Millionen von Studenten sind mit dem EU-Programm „Erasmus“ ins Ausland gegangen. Doch jetzt spart die Europäische Union - und vielleicht treffen die Sparmaßnahmen das Austauschprogramm. Die EU will jetzt mehr Geld.

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© REUTERS Eine Französin in Madrid: Das ist Erasmus.

Die knapp gewordenen Mittel im diesjährigen EU-Haushalt gefährden das Erasmus-Projekt zum grenzüberschreitenden Studentenaustausch sowie eine Reihe weiterer europäischer bildungspolitischer Programme. Sollten die 27 EU-Regierungen einem von der Europäischen Kommission voraussichtlich in der kommenden Woche vorgelegten Nachtragshaushalt für 2012 nicht zustimmen, könnte das Geld für die Erasmus-Stipendien schon im laufenden Wintersemester nicht in der vollen Höhe von derzeit durchschnittlich 250 Euro fließen.

Auch in anderen EU-Bildungsprogrammen drohten Einschnitte; in einigen Fällen könnten die Gehälter der Mitarbeiter von Verbindungsstellen für die Programme betroffen sein, sagte ein Kommissionssprecher. Er verwies darauf, dass die EU-Partner kaum eine Gelegenheit verstreichen ließen, die Bildungsprogramme zu rühmen, jetzt aber den Geldhahn dafür zudrehen könnten. In Deutschland vergibt der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD) die Erasmus-Stipendien.

270.000 Studenten aus Deutschland

Das seit 1987 bestehende Programm soll Auslandsaufenthalte von Studenten und Dozenten, aber auch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Hochschulen ermöglichen. Mit dem 1999 auf den Weg gebrachten Bologna-Prozess mit seinen Bachelor- und Master-Studiengängen gewann es an Attraktivität. Im laufenden Studienjahr sind eigentlich für rund 270.000 Studenten aus 33 Ländern drei bis zwölf Monate dauernde Auslandsaufenthalte geplant.

Hochschulen in Deutschland stellten zuletzt 30.274 Erasmus-Studenten und lagen damit hinter Spanien und Frankreich an dritter Stelle. Beliebtestes Ziel war die Universität Granada mit 2019 Stipendiaten. Unter den zehn Spitzenreitern befinden sich sieben spanische, zwei italienische und eine dänische Hochschule. Die Freie Universität Berlin stand mit 924 Erasmus-Stipendiaten an 14. Stelle der Rangliste.

Bis zum Jahresende sind die Stipendien gesichert

Der geplante EU-Nachtragshaushalt stößt nicht nur in Deutschland auf Vorbehalte. Ziel der Kommission ist es, zusätzlich zu dem beschlossenen diesjährigen Gesamthaushalt von 129,1 Milliarden Euro durch eine zusätzliche Finanzspritze von mehreren Milliarden Euro besonders Ausgabenlücken in der Sozial-, Forschungs- und Bildungspolitik zu schließen.

Die Kommission begründet die Haushaltslücken damit, dass sie auf Grundlage der eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zunächst für 2012 ein Etatvolumen von 132,7 Milliarden Euro vorgeschlagen habe; außerdem seien im laufenden Jahr Rechnungen von 5 Milliarden Euro für 2011 beglichen worden, in dem der EU-Haushalt ebenfalls unterfinanziert gewesen sei.

Bis zum Jahresende seien die Erasmus-Stipendien gesichert, danach könne es Schwierigkeiten geben, heißt es in der Kommission. So fehlten 180 Millionen Euro für bildungspolitische Programme, wovon die Hälfte auf Erasmus entfalle. Die Kommission sehe sich nicht mehr in die Lage, die Forderungen der einzelstaatlichen Stellen zu begleichen, die für die Vergabe der EU-Gelder verantwortlich seien.

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Jahrgang 1955, Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in Brüssel.

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