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Kommentar zum 1. Mai : Geld für Bildung statt für neue Sozialleistungen!

Selbst die Gewerkschaften finden die Idee vom Gehalt fürs Nichtstun seltsam. Die Politik sollte lieber in Schulen investieren.

          Der Tag der Arbeit ist traditionell der, an dem die Gewerkschaften zu Hochform auflaufen. Bessere Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen: Ihre zentralen Forderungen haben sich in den vergangenen 130 Jahre wenig verändert.

          Ganz anders das Umfeld: Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist so gut wie lange nicht. Die Zahl der Erwerbstätigen steigt und steigt, gleiches gilt in vielen Branchen für die Löhne. Angesichts dieser Rahmenbedingungen verwundert es nicht, dass in einer Erhebung des Statistischen Bundesamts neun von zehn Erwerbstätigen im Land sagen, dass sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

          Umso weltfremder wirkt es, wenn die Politik nun immer lauter über die Idee eines wie auch immer gearteten Grundeinkommens diskutiert. Ein Gehalt fürs Nicht-Arbeiten? Das finden sogar die Gewerkschaften eine seltsame Vorstellung.

          Es stimmt, dass durch die Digitalisierung künftig Computer und Roboter viele Arbeitsschritte übernehmen, die heute noch von Menschen erledigt werden. Doch statt jetzt schon eine neue Sozialleistung für diesen Fall zu schaffen, sollte die Politik ihre Energie besser dafür einsetzen, dass das deutsche Bildungssystem endlich besser wird.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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