Eric Schmidt musste nach seinem Rücktritt als Vorstandsvorsitzender des Internetkonzerns Google vor gut einem Jahr keine finanziellen Einbußen hinnehmen, sondern bekam vielmehr eine kräftige Gehaltserhöhung. Dies geht aus einer Mitteilung des Unternehmens an die Börsenaufsicht SEC hervor.
Schmidt hat im April 2011 den Vorstandsvorsitz an Mitgründer Larry Page abgegeben und führt seither als Executive Chairman den Verwaltungsrat. Mit diesem Rollenwechsel hat Schmidt sein symbolisches jährliches Grundgehalt von einem Dollar, das er seit 2005 bezogen hatte, aufgegeben. Stattdessen wurde sein Jahresgehalt nun auf 1,25 Millionen Dollar festgelegt. Für 2011 bekam er davon 937.500 Dollar ausbezahlt, weil er seine neue Aufgabe neun Monate ausübte.
Sein gesamtes Gehaltspaket war noch viel größer, denn mit seinem Abschied vom Vorstandsvorsitz war auch ein einmaliger Bonus von Aktien und Aktienoptionen im Wert von 100 Millionen Dollar verbunden, den Google schon im vergangenen Jahr publik gemacht hat. Damit addiert sich sein gesamtes Gehaltspaket, zu dem Aufwendungen für die Sicherheit von Schmidt in Höhe von 236.000 Dollar gehören, auf knapp 101 Millionen Dollar.
Der neue Vorstandschef Larry Page bekam dagegen für das vergangene Jahr ein symbolisches Gehalt von einem Dollar und keinerlei Boni, das gleiche gilt für den zweiten Mitgründer Sergey Brin. Eric Schmidt hatte im Februar mit der Ankündigung Schlagzeilen gemacht, 2,4 Millionen seiner 9,1 Millionen Google-Aktien verkaufen zu wollen. Beim letzten Börsenkurs von 596 Dollar hätte das zum Verkauf freigegebene Paket einen Wert von mehr als 1,4 Milliarden Dollar. Mit dem Verkauf wolle er sein Vermögen diversifizieren und liquider machen, hieß es damals.
Mit Google auf die „Forbes“-Liste
Der erfahrene Manager Schmidt stand zehn Jahre an der Spitze von Google: von 2001 bis 2011. In dieser Zeit hatten sich die beiden Gründer Page und Brin auf die Entwicklung neuer Produkte konzentriert. Nun führt Page das Unternehmen wieder selbst, während Brin sich weiter um Neuentwicklungen kümmert. Die Studienkollegen hatten Google 1998 aus der Taufe gehoben.
Allerdings hat niemand aus dem Google-Führungstrio es überhaupt noch nötig, arbeiten zu gehen. Alle drei halten große Aktienpakete am Internetkonzern und tauchen deshalb in der Liste der reichsten Menschen der Welt des amerikanischen Magazins „Forbes“ auf: Page und Brin sind demnach jeweils 18,7 Milliarden Dollar schwer, Schmidt wird auf 6,9 Milliarden Dollar taxiert.