27.03.2003 · Die Vorstandsmitglieder von Daimler-Chrysler waren 2002 die am besten bezahlten Manager in der deutschen Automobilindustrie. Auf den Rängen folgten die Vorstände von Porsche und Volkswagen.
Jürgen Schrempp, Vorstandsvorsitzender der Daimler-Chrysler, und seine Vorstandskollegen waren im letzten Jahr die best-bezahltesten Manager in der deutschen Automobilindustrie. Jedes Daimler-Vorstandsmitglied strich im Durchschnitt mit 3,9 Millionen Euro mehr als doppelt so viel ein wie im Vorjahr, als 1,7 Millionen Euro ausgezahlt wurden. Bei den durchschnittlichen Vorstandsgehältern folgen Porsche AG und Volkswagen AG auf Platz zwei und drei.
Daimler-Chrysler zahlte seinem Vorstand mehr Geld, nachdem der fünftgrößte Autohersteller in die Gewinnzone zurückgekehrt ist. Die amerikanische Tochtergesellschaft Chrysler kehrte in die Gewinnzone zurück, nachdem sie sechs Fabriken geschlossen und 26.000 Stellen gestrichen hatte. Porsche fuhr einen Rekordgewinn ein, während bei Volkswagen der Gewinn rückläufig war.
Daimler-Chrysler: Ein Plus von 129 Prozent
„Die Gehaltserhöhung bei Daimler ist eine Schweinerei,“ empört sich Jörg Schäfer, Fondsmanager bei ABM Generali. Die Daimler-Chrysler-Aktie gehörte zu den Branchenschlusslichtern im letzten Jahr. Anstelle des Anstiegs des Durchschnittsalärs um 129 Prozent hätte der Vorstand eine Kürzung um 50 Prozent verdient, meint der Fondsmanager.
Die Gehälter stehen in keinem Verhältnis zur Entwicklung des Aktienkurses. Der Kurs der Daimler-Aktie sackte im letzten Jahr 39 Prozent ab, Volkswagen rutschten 34 Prozent und BMW AG fielen 27 Prozent. Der Deutsche Aktienindex gab 2002 um 44 Prozent nach.
Deutsche Unternehmen sind verpflichtet, die Gesamtbezüge ihres Vorstandes auszuweisen. Sie müssen jedoch nicht die Gehälter einzelner Vorstandsmitglieder oder den Wert ihrer Aktienoptionen veröffentlichen.
Daimler-Chrysler erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 4,7 Milliarden Euro, verglichen mit einem Verlust von 662 Millionen Euro im Jahr 2001. Der Autohersteller zahlte 143.000 Mitarbeitern in Deutschland Gewinnbeteiligungen von jeweils 1.200 Euro für das Jahr. Etwa 86.000 Chrysler-Mitarbeiter erhielten Bonuszahlungen von jeweils 460 Euro. Das Unternehmen gewährte dem Vorstand außerdem 3,03 Millionen Aktienoptionen. Der Wert der Optionen wurde nicht beziffert.
BMW: Ein Plus von 16 Prozent
BMW setzte die durchschnittliche Vergütung der Vorstandsmitglieder 16 Prozent herauf. Der Vorstand von Bayerische Motoren Werke ging trotzdem mit dem niedrigsten Einkommen nach Hause, obwohl der Münchener Autobauer das dritte Jahr in Folge einen Rekordgewinn erzielte. Der Nettogewinn bei BMW wuchs acht Prozent auf 2 Milliarden Euro, angetrieben von der stärkeren Nachfrage nach der 3er Reihe und dem Geländewagen BMW X5.
Im vergangenen Jahr gab es zwei Konzernchefs, da Helmut Panke Joachim Milberg ablöste. Ein neues Vorstandsmitglied wurde 2002 ernannt, während zwei andere gingen. Die Gesamtbezüge für die sieben Mitglieder des BMW-Vorstandes sanken von insgesamt 13,4 Millionen Euro im Jahr 2001 auf 11,9 Millionen Euro. Das durchschnittliche Gehalt eines BMW-Vorstandsmitgliedes stieg auf damit 1,98 Millionen Euro und liegt damit auf dem vierten Platz.
„Wir haben für die Berechnung der Vergütung genau die selbe Formel benutzt wie im Vorjahr,“ erklärte Panke auf der Bilanzpressekonferenz. „Nichts hat sich geändert.“
Porsche: Ein Plus von 57 Prozent
Porsche, der kleinste deutsche Autohersteller, zahlte seinen sechs Vorstandsmitgliedern 19,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2002. Das entspricht einem Durchschnittsalär von 3,3 Millionen Euro oder einem Zuwachs von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn bei Porsche stieg 71 Prozent auf 462 Millionen Euro und verbesserte sich das achte Jahr in Folge.
Volkswagen: Ein Plus von fünf Prozent
Volkswagen, der größte Autohersteller in Europa, hat die Bezahlung seines Vorstandes fünf Prozent angehoben. Der Nettogewinn ist elf Prozent auf 2,6 Milliarden Euro gesunken. Die acht Vorstandsmitglieder kassierten im Schnitt jeweils ein Jahreseinkommen von 2,06 Millionen Euro. Auch bei VW gab es einen Wechsel an der Spitze, Bernd Pitschetsrieder löste Ferdinand Piech als Vorstandsvorsitzenden ab. Der Vorstand schrumpfte von neun auf acht Mitglieder.
Umsatz und Ertrag gingen zurück, Volkswagen verlor in Westeuropa Marktanteile an PSA Peugeot Citroen und japanische Autohersteller wie Toyota Motor Corp. Die zwei absatzstärksten Modelle, der Golf und der Passat, sind älter als die Modelle der Konkurrenz.
Audi: Ein Plus von 28 Prozent
Die Luxussparte von VW, die Tochter Audi, zahlte ihren Vorstandsmitgliedern im Durchschnitt jeweils 630.000 Euro, 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Drei Vorstandmitglieder kamen neu hinzu, einer ging.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.576,30 | +0,98% |
| EUR/USD | 1,2505 | −0,29% |
| Rohöl Brent Crude | 106,70 $ | −0,52% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
Anonym bewerben? Ist das gut?