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Gefälschter Uni-Abschluss Yahoo-Chef Thompson fliegt raus

 ·  Scott Thompson hat in seinem Lebenslauf geschummelt. Dort hat der Yahoo-Chef einen Bachelor-Abschluss in Computerwissenschaften aufgeführt, den er gar nicht besitzt. Deshalb hat er jetzt seinen Hut genommen.

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Scott Thompson muss Konsequenzen aus der Affäre um Falschangaben auf seinem Lebenslauf ziehen: Der Chef des angeschlagenen Internetunternehmens trat nach anhaltender Kritik an falschen Angaben in seinem Lebenslauf am Sonntag zurück. Zum Übergangschef wurde der Leiter des globalen Mediengeschäfts, Ross Levinsohn, ernannt.

Damit kommt die kurze Karriere des 54 Jahre alten Thompson zu einem jähen Ende. Thompson hatte den Posten erst im Januar angetreten, er wurde Nachfolger von Carol Bartz, die im September entlassen wurde. Thompson hatte vor Yahoo die zum Internetmarktplatz Ebay gehörende Bezahlsparte Paypal geführt.

Die Affäre um Thompsons Lebenslauf kochte vor etwas mehr als einer Woche hoch: Das Unternehmen musste zugeben, dass Thompson nicht die beiden bislang angegebenen Bachelor-Universitätsabschlüsse in Computerwissenschaften und Finanzbuchhaltung hat, sondern lediglich letzteren Titel. Auf die falschen Angaben wurde Yahoo vom Hedgefonds Third Point hingewiesen, der einen Anteil von knapp 6 Prozent am Unternehmen hält und seit einiger Zeit eine Kampagne betreibt, um Mitglieder des Verwaltungsrats zu ersetzen. Daniel Loeb hat seit Beginn der Affäre den Druck auf Yahoo immer weiter erhöht und Thompsons Rücktritt gefordert.

Nur eine interne E-Mail an die Mitarbeiter

In der vergangenen Woche hatte bereits Patti Hart, die im Verwaltungsrat von Yahoo für die Rekrutierung von Thompson zuständig war, ihren Rückzug angekündigt. Thompson selbst hat sich nie öffentlich zu der Angelegenheit geäußert. Er entschuldigte sich in einer internen E-Mail bei den Mitarbeitern des Unternehmens für die von der Affäre ausgelöste Unruhe, gab aber nicht direkt Fehlverhalten zu.

Yahoo steht offenbar auch kurz vor einer Einigung mit Loeb, um dessen Kampagne zu beenden. Loeb und zwei von ihm nominierte Kandidaten sollen demnach einen Sitz im Verwaltungsrat von Yahoo bekommen.

Der abrupte Abgang von Thompson wirft Yahoo ein weiteres Mal zurück. Von Thompson, der als Chef von Paypal eine erfolgreiche Bilanz vorzuweisen hatte, erhoffte sich Yahoo, nach schwierigen Zeiten wieder auf Wachstumskurs zu kommen. Der Internetkonzern hat im Markt für Online-Werbung gegenüber Wettbewerbern wie Google und Facebook in den vergangenen Jahren immer mehr an Boden verloren. Im Herbst kündigte das Unternehmen eine „strategische Überprüfung“ seiner Aktivitäten an und führte zum Beispiel seither Gespräche über eine Trennung von den Engagements in Asien, die aber bislang zu keinen konkreten Ergebnissen führten. Eine der wichtigsten Entscheidungen von Thompson seit seinem Antritt war eine abermalige Entlassungsrunde, in deren Rahmen sich Yahoo von rund 2000 Mitarbeitern trennen will. Thompson sorgte außerdem mit einer Patentklage gegen das soziale Netzwerk Facebook für Schlagzeilen.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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