16.06.2012 · Die Welt starrt auf Griechenland. Bricht bald der Euro-Raum auseinander? Sollte man in solchen Zeiten nicht auch mal das Unmögliche denken? Denn es gäbe da ein Land, das alles hat, was uns fehlt: Geld, Wachstum, eine klare Richtung. Ein nicht ganz ernst gemeintes Gedankenspiel.
Von Christian Geinitz, PekingRichtlinien für Lesermeinungen
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Bin ich im falschen Film??????
Chinas "Erfolg" begründet sich auf nicht existente Menschenrechte, Knechtung der Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe, völlig masslosem Verstoss gegen alle Ausprägungen des Urheberrechtsschutz und sonstigen "Kleinigeiten", gegen die die EU (und jede Landesregierung) seit Jahrzehnten massiv vorgeht. Die Kluft in Sachen Innen- und Aussenpolitik, Moralverständnis, Ideologie und nicht zuletzt Umweltschutz zwischen EU und China könnten grösser nicht sein. Aber in Zeiten von finanzieller Not, müssen unsere politischen Intelligenzbestien wohl die Einen oder Anderen Prinzipien über Bord werfen. Ein Hoch auf die Globalisierung, und Gratulation zu dieser herausragenden Geistesleistung!!!! Nachdem wir ja schon versch. "kleinere" Fehler gemacht haben, bei der Entscheidung, welche Staaten in die EU dürfen, können wir jetzt ja nochmal so richtig Vollgas geben
China ist Meister der Statistikfälschung
Die offiziellen Statistiken besagen China hat eine Staatsverschuldung
von 20%, in Wirklichkeit sind es aber 80%. Schon nach der Asienkrise in
den 1990er hat die Regierung einfach Kapitalverwaltungsgesellschaften
gegründet und dadurch alle faulen Kredite der Finanzinstitute
übernommen. Im Gegenzug kauften die Finanzinstitute die Anleihen
dieser Gesellschaften.
Inzwischen ist die chinesische Wirtschaft auch zu 60% von Investitionen
in Anlagevermögen abhängig mit der Folge massiver
Überkapazitäten und weiterer fauler Kredite, besonders
Staatsunternehmen oder auch Lokalregierungen sind stark verschuldet. All
diese Verbindlichkeiten eingerechnet kommt man auf eine
Staatsverschuldung von 80%.
Erste Bauunternehmen gehen schon pleite in China, eine Umstellung der
Wirtschaft von Investitionen zu Konsum ist schwer und langwierig.
Ökonomen wie Andy Xie, Jim Chanos oder Michael Pettis haben
diesbezüglich schon zahlreiche interessante Artikel
veröffentlicht.
Um Himmels willen, welches Interesse sollte China denn haben,
sich an einem Pleitegeier wie Europa zu beteiligen? Während des Konkursverfahrens die Restbestände aufzukaufen, das könnte ein Geschäft werden und damit wurde ja bereits begonnen. Wir wollten es ja so und zwar genauso, das haben wir mit den Amerikanern gemeinsam. In der Realität wird es dann aber doch anders laufen, auch als von China gedacht, Europa und Amerika crashen und reisen China mit in den Abgrund. Welch Ironie...
"Droht eine globale Krise?" - Hallo? Seit 2008 gibt es eine globale Krise!
und sie wird uns noch viele Jahre zu schaffen machen!
Geld und Wachstum gibt es hier auch. Deutlich mehr Geld, Wachstum und eine klare Richtung gibt
es ebenfalls, jedenfalls auf dem Papier, z.B. in Form des Geistes des
freiheitlichen Grundgesetzes sowie diverser freiheitlich orientierter
Ordnungen (siehe z.B. "Die Bürgergerechte Gesellschaft").
Muss nur konsequent gegen den funktionärsfeudalistischen Komplex
mit den Parteikadern im Mittelpunkt durchgesetzt werden.
Wir brauchen wieder eine Rückkehr zu den Bürgerinteressen, zum
Recht, weg vom Machtmissbrauch der Politkaste, weg von der
Klientelpolitik, ein Verbot jeglicher Staatsverschuldung, ein Verbot des
Gelddruckens etc.
Direkte Demokratie
Zustimmung! Rückkehr zu den Bürgerinteressen und endlich auch direkte Demokratie. Wir wären heute nicht an diesem Punkt, hätte die deutsche Bevölkerung vor 15 Jahren über den Euro abstimmen dürfen.
Vereinigte Staaten von EuroChina
GUte Idee. Mit Sicherheit ist China bereit mit der Eurozone einen Schuldentilgungsfond einzurichten und EuroChina-Bonds aufzulegen. Das Demokratie-Verständnis von China passt ja auch sehr gut zur EU-Kultur.
Christian Geinitz Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Peking.
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