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Gebühren an fremden Automaten Der Geldautomat wird billiger

26.03.2010 ·  Billig war es noch nie, am Automaten einer fremden Bank Geld abzuheben. In letzter Zeit aber erleben Bankkunden immer häufiger böse Überraschungen, denn viele Banken haben die Gebühren in die Höhe geschraubt. Jetzt greift die Politik ein. Von maximal fünf Euro ist die Rede.

Von Christian Siedenbiedel
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Billig war es noch nie, am Automaten einer fremden Bank Geld abzuheben. In letzter Zeit aber erleben Bankkunden immer häufiger eine böse Überraschung, wenn sie am Monatsende ihre Kontoauszüge anschauen: Dann erst erfahren sie in der Regel, welche Gebühren ihre Bank ihnen dafür in Rechnung stellt, dass sie Geld an Automaten fremder Banken abgehoben haben.

Diese Gebühren sind in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. 5,64 Euro zahlen Kunden mittlerweile im Durchschnitt, hat die Finanzberatung FMH berechnet. Selbst zehn Euro sind längst keine Seltenheit mehr (siehe Tabelle unten).

Diese Entwicklung ist so augenfällig, dass sie mittlerweile die Politik und selbst das Bundeskartellamt auf den Plan gerufen hat (siehe Kartellamt prüft Gebühren an Geldautomaten). An mehr als 280 Kreditinstitute hat das Kartellamt Fragebögen zur Gebührenpraxis verschickt. Bis April soll nun geklärt werden, ob bei den Gebühren alles mit rechten Dingen zugeht.

Banken planen Obergrenze von fünf Euro

Schon jetzt droht die Politik, Gebührenobergrenzen vorzuschreiben, sollten die Banken sich nicht bald auf eine akzeptable Regelung einigen. Für eine Obergrenze von fünf bis sieben Euro plädiert die FDP, für zwei Euro die SPD.

Die Drohungen zeigen offenbar Wirkung: Banken und Sparkassen planen offenbar mit maximal fünf Euro - als vorläufige Obergrenze für eineinhalb Jahre. Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hält das für einen Schritt in die richtige Richtung: „Das kann aber dann definitiv nur der Höchstpreis und nicht der Durchschnittspreis sein“, sagte sie am Freitag im Deutschlandfunk.

Gebühren sollen vorher angezeigt werden

Und in der vergangenen Woche haben Sparkassen und Volksbanken auch ein neues System vorschlagen, das sehr gute Chancen hat, sich durchzusetzen: Danach soll künftig stets, wenn ein Kunde die EC-Karte in einen Geldautomaten hineinschiebt, angezeigt werden, wie viel ihn der Abhebevorgang kosten wird.

Die Absicht dabei: Wenn die Kunden wissen, wie teuer das Abheben ist, können sie zumindest in letzter Sekunde noch verzichten und zu einem anderen Automaten gehen. So könnte die Preisspirale unterbrochen werde, meinen zumindest Volksbanken und Sparkassen. Verbraucherschützer hingegen argumentieren, das funktioniere zwar gut in Städten, in denen viele Automaten stehen. Nicht aber auf dem Land, wo es oft nur eine Bank oder Sparkasse im Ort gebe.

Grund für den extremen Anstieg der Gebühren in jüngster Zeit ist ein Kampf zwischen Sparkassen und Direktbanken um Kunden. Die Sparkassen wollen durch hohe Gebühren den Direktbanken das Leben schwermachen.

Das funktioniert auch deshalb, weil das Gebührensystem in Deutschland bislang für die Kunden schwer zu durchschauen ist: Die Bank, die den Automaten aufgestellt hat, darf für den Abhebevorgang eine Gebühr von der kontoführenden Bank verlangen, die wiederum selbst entscheidet, wie viel sie davon an ihren Kunden weitergibt. Wenn der Kunde vorher wissen will, wie viel ihn das Abheben an einem bestimmten Automaten kostet, muss er nach der derzeitigen Regel also zuerst bei seiner kontoführenden Bank anrufen. Das macht aber wohl niemand.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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