29.08.2008 · Als die Opec-Staaten 1973 den Ölhahn zudrehten, traf das den Westen unvorbereitet. Dann wurde Vorsorge getroffen. Seit 1974 verfügt auch Deutschland über eine strategische Öl-Reserve von neunzig Tagen. Jetzt wird auch über eine nationale Gasreserve nachgedacht. Warum eigentlich nur im Flüsterton?
Von Andreas MihmAls die Opec-Staaten 1973 den Ölhahn zudrehten, traf das die westlichen Verbraucher unvorbereitet. So etwas sollte nie wieder geschehen. Also wurde Vorsorge getroffen. Seit 1974 verfügt auch Deutschland über eine strategische Reserve von neunzig Tagen, die alle Ölkunden mitbezahlen. Seither sind 35 Jahre vergangen, die Abhängigkeit vom Öl ist kleiner, die vom Gas ist größer geworden.
Und das in doppeltem Sinne: Denn die Menge des hier verbrauchten Erdgases wächst, die Zahl der Lieferanten aber wird eher kleiner als größer. Russland dominiert das Geschäft, und das wird auf Jahre so bleiben. Abhängigkeit kostet nicht nur Geld, sie macht auch erpressbar. Zwar gibt es Speicherkapazitäten in großem Umfang, doch bleibt offen, wer zu dem Inhalt im Fall einer wie auch immer verursachten Versorgungskrise Zugang hat - und zu welchen Preisen.
Deshalb wundert schon, dass die Debatte um den Aufbau einer strategischen Erdgasreserve nur im Flüsterton geführt wird. Ein Grund dafür sind die damit verbundenen Kosten, die Verbraucher oder Steuerzahler tragen müssten. Sie könnten dafür freilich an anderer Stelle entlastet werden. Denn was wäre die Alternative? Hoffen, das alles weiterhin gutgeht?
Alternative
Christian Brost (Zac12)
- 29.08.2008, 05:06 Uhr
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