23.12.2008 · Nach dem Vorbild der OPEC im Ölsektor wollen Russland und andere Gasexporteure ihr bislang wenig einflussreiches Forum zu einem starken Bündnis aufwerten. Putin kündigt das Ende der Ära billigen Gases an. Das bisher eher leere Gerede von der Gründung eines Gaskartells sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.
Von Andreas MihmIst es nun ein ängstliches Pfeifen im weihnachtlich dunklen Tann oder ein Zurechtweisungspfiff, wenn Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin zu Beginn einer Konferenz wichtigster Gasförderstaaten sagt, die Zeit niedriger Gaspreise sei vorbei? Tatsächlich sind es die aktuell niedrigen Gas- und Ölnotierungen, die Putin zu schaffen machen.
Bei Preisen von unter 50 Dollar je Barrel ist der russische Haushaltsplan Makulatur. Auch der staatlich kontrollierte Energieriese Gasprom wird dabei in arge Nöte kommen, seine Investitionen in die Modernisierung des Leitungsnetzes und den Ausbau der Förderkapazitäten zu bewerkstelligen. Insofern muss Putin alles daran setzen, die von den Finanz- und Konjunkturschocks auf Talfahrt geschickten Ölpreise (und die daran gekoppelten Gaspreise) zu stabilisieren.
Deshalb sollte auch das bisher eher leere Gerede von der Gründung eines Gaskartells nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Kartellabsprachen halten zwar erfahrungsgemäß nur selten längere Zeit. Das gilt umso mehr in einer wirtschaftlich eng verbundenen Welt. Doch gerade Deutschland, immer stärker am russischen Gastropf hängend, hätte unter solchen Kartellbrüdern zu leiden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.576,30 | +0,98% |
| EUR/USD | 1,2505 | −0,29% |
| Rohöl Brent Crude | 106,70 $ | −0,52% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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