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Risikoabsicherung

Gasplattform Elgin Die Flamme ist erloschen

Die Fackel auf der havarierten Gasplattform Elgin in der Nordsee brennt nicht mehr. Sie galt als potentielles Explosionsrisiko, weil sich am Fuß der Bohrinsel eine Gaswolke gebildet hat. Vermutlich ging die Flamme von alleine aus.

© dpa Vergrößern Explosionsgefahr gebannt: die Fackel auf der Gasplattform Elgin lodert nicht mehr

Die Gasfackel an der havarierten Plattform Elgin in der Nordsee brennt nach Angaben des
französischen Energiekonzerns Total nicht mehr. „Wir können bestätigten, dass die Flamme gelöscht wurde“, sagte ein Unternehmenssprecher am Samstag in der schottischen Stadt Aberdeen. Ein anderer Sprecher sagte, die Flamme sei „wie erwartet“ von alleine ausgegangen. Dies sei bereits am Freitag beobachtet und am Samstagmorgen bei einem Überflug bestätigt worden.

Leck gefunden?

Die Plattform rund 240 Kilometer östlich der schottischen Hafenstadt Aberdeen war vor einer Woche nach der Entdeckung eines Lecks wegen Explosionsgefahr evakuiert worden. Mit der Flamme wurden auf der Plattform Gasreste abgefackelt. Experten hatten befürchtet, dass eine Gaswolke, die sich am Fuß der Plattform gebildet hat, explodieren könnte, wenn sie mit der Flamme in Berührung kommt. Total hatte mehrere Möglichkeiten erwogen, die Flamme zu löschen, etwa mit einem Hubschrauber oder mit Löschschiffen.

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Der Energiekonzern glaubt inzwischen, das Leck geortet zu haben. Es soll sich auf der Plattform selbst befinden. Laut Regierung gibt es „keinen Beleg dafür, dass Gas unterhalb des Meeresspiegels austritt“. Total glaubt, dass das Gas aus einer Gesteinsformation oberhalb der eigentlichen Lagerstätte 4000 Meter unter dem Meeresboden stammt. Es steigt nach Angaben des Unternehmens in einer Außenschicht der Bohrleitung von dieser Gesteinsformation aus in die Höhe. Die Gasförderung aus der Lagerstätte in 5500 Metern Tiefe wurde vor mehr als einem Jahr stillgelegt. Total prüft nun, wie man das Gasleck in der Tiefe mit zwei Entlastungsbohrungen stoppen kann. Diese Bohrungen könnten in einer Woche bis zehn Tagen beginnen, sagte der Geschäftsführer von Total UK, Philippe Guys, vor der Presse in Aberdeen. Ein zusätzliches Bohrschiff sei schon unterwegs. Zuvor hatte Total berichtet, dass die Entlastungsbohrungen bis zu einem erfolgreichen Abschluss sechs Monate dauern könnten. Alternativ werde erwogen, von oben schweren Bohrschlamm in das havarierte Bohrloch zu pumpen, um es zu verstopfen.

Eine Lastwagenladung Öl

Nach Angaben von Total wurden die ersten Probleme mit dem Bohrloch am 25. Februar entdeckt. Laut Total-Manager Guys gebe es aber keine Beweise für menschliches Versagen. Der britische Energieminister Charles Hendry sagte, dass die Notmaßnahmen planmäßig ausgeführt worden seien. Er sehe keinen Grund, die Firma zu kritisieren. Rund um die Bohrinsel hat sich inzwischen ein großer Teppich von austretendem Erdgaskondensat, einer Form leichten Erdöls, gebildet. Der Kondensat-Teppich sei 22 Kilometer lang und 4,5 Kilometer breit, berichtete die britische Regierung. Es seien bis zu 3,8 Tonnen Kondensat ins Wasser geraten.

Nach Einschätzung der Regierung entstehe dadurch aber „keine erhebliche Umweltgefährdung“. Fachleute verweisen darauf, dass sich das Kondensat schneller verflüchtige als Rohöl. Nach Angaben von Total erreicht die ausgetretene Menge von Kondensat rund 30 Kubikmeter. Das entspreche etwa der Ladung eines Lastwagens für den Flüssigtransport. Diese Menge nannte Total bereits vor einigen Tagen. Nach Angaben des Unternehmens verdunstet derzeit ungefähr so viel Kondensat, wie neues hinzukommt.

Einnahmeverluste von 1,5 Millionen Dollar am Tag

Je länger das Gasleck außer Kontrolle ist, desto höher werden aber die finanziellen Belastungen. Diese Einschätzung beunruhigte die Anleger zunächst auch am Freitag. Die Total-Aktie verlor an der Pariser Börse am Vormittag weitere 1,2 Prozent, drehte sich später allerdings leicht ins Plus. Die amerikanische Ratingagentur Moody’s gab eine kritischere Stellungnahme ab als ihr französischer Konkurrent Fitch einige Tage zuvor: Die zu erwartenden und entstandenen Schäden, die Einnahmeverluste und der Imageverlust könnten das Rating von Aa1 in Frage stellen, teilte Moody’s mit.

Nach Einschätzung der Agentur entgingen Total durch den Produktionsstopp täglich Einnahmen von 1,5 Millionen Dollar. Angesichts des operativen Gewinns von Total in Höhe von 17 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr erscheint das im Moment allerdings noch verkraftbar. Durch den Produktionsstopp habe sich die Gasförderung in der gesamten Nordsee bisher um 3 Prozent verringert, berichtete die britische Regierung.

Quelle: theu./chs./schä.

 
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