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Galileo-Navigationssystem Die ersten Satelliten werden in Bremen gebaut

07.01.2010 ·  Mit dem geplanten Satelliten-Navigationssystem Galileo will Europa dem amerikanischen System GPS Konkurrenz machen. Jetzt hat die EU Aufträge vergeben. Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB kommt bei den ersten 14 Satelliten zum Zuge. EADS Astrium dagegen geht zunächst leer aus.

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Der Bremer OHB-Konzern wird die ersten Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo bauen. Bei dem Bremer Unternehmen sind die ersten 14 von bis zu 32 Satelliten im Wert von 566 Millionen Euro bestellt worden, teilte die Europäische Kommission am Donnerstag mit. Um den Zuschlag hatte sich auch die deutsche EADS-Tochter Astrium beworben. Sie könnte später aber noch zum Zuge kommen, da für Galileo insgesamt 3o Satelliten sowie zwei Ersatzsatelliten vorgesehen sind.

Die Aufträge für die restlichen Satelliten würden zu einem späteren Zeitpunkt entweder an OHB oder an EADS-Astrium vergeben, wobei jeweils das Unternehmen mit dem günstigsten Angebot den Zuschlag erhalte.

Das Ortungssystem Galileo ist Europas Antwort auf Amerikas GPS. Es soll eine noch präzisere Ortung ermöglichen. Die Satelliten sollen in mehr als 23.000 Kilometern die Erde umkreisen und Signale zur Erde senden. Im Gegensatz zum amerikanischen System steht Galileo nicht unter militärischer Kontrolle.

Galileo wird teurer

Galileo soll beispielsweise Autofahrern oder Rettungsdiensten eine metergenaue Ortung bieten.Für Navigationsgeräte in Autos werden die Signale den bisherigen Plänen nach kostenlos zur Verfügung stehen. Andere Dienste mit höherer Präzision müssten bezahlt werden. Bislang kreisen für Galileo nur zwei Testsatelliten im All.

Nach jahrelanger Verzögerung soll Galileo jetzt Anfang 2014 an den Start gehen. Galileo werde nicht nur mit GPS, sondern auch mit den Navigationssystemen Russlands und Chinas vernetzt, erklärte EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani.

Der Kommissar räumte ein, dass Galileo insgesamt teurer werden könne als die bisher veranschlagten 3,4 Milliarden Euro aus EU-Mitteln. Die Kommission hatte früher Spekulationen über steigende Kosten zurückgewiesen. „Um ehrlich zu sein - wir können in der Zukunft Probleme bekommen, im Moment halten wir das Budget aber ein“, sagte EU-Verkehrskommissar Tajani. Die EU untersuche die Kosten derzeit. Die Trägerraketen seien der größte Unsicherheitsfaktor. Dabei schlagen zum Beispiel die Treibstoffkosten besonders zu Buche, wenn die Träger nur mit zwei statt mit vier Satelliten bestückt werden könnten.

Vergaberegeln stellen Aufträge an deutsche Unternehmen sicher

Das Projekt hing wegen des Streits um die Finanzierung lange Zeit in der Luft und kam erst voran, als die 27 EU-Staaten sich entschlossen, die Investitionen mit Steuerzahlergeld zu stemmen statt auf private Geldgeber zu setzen.

Die Bundesregierung hatte Ende 2007 Vergaberegeln herausgeschlagen, die eine Beteiligung deutscher Unternehmen sicherstellte. So wurde das Projekt in sechs Auftragssegmente aufgeteilt, von denen nicht mehr als zwei Einzelpakte einem Unternehmen zugeschlagen werden können.

Die Kommission gab am Donnerstag zudem die Vergabe von zwei weiteren der insgesamt sechs Aufträge bekannt. Mit dem Start von fünf Sojus-Trägerraketen, die jeweils zwei Satelliten ins All bringen, wurde Arianespace aus Frankreich beauftragt.

Ramsauer: „Großen Erfolg für unsere Industrie“

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bezeichnete die Entscheidungen der EU-Kommission als „großen Erfolg für unsere Industrie“. Der Zuschlag belege, dass deutsche Unternehmen „international absolut wettbewerbsfähig“ seien.

Der Vorstandsvorsitzende der OHB-System AG, Berry Smutny, sprach von einem „großartigen Erfolg für Bremen und den deutschen Mittelstand“. OHB kann den Auftrag nach Angaben seines Sprechers Steffen Leuthold mit den vorhandenen Personal- und Hallenkapazitäten bewältigen. Sicherlich werde man aber auch noch zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

Aktie von OHB deutlich im Plus

An der Börse stieg der Kurs der OHB-Aktie nach Bekanntwerden des Zuschlags um rund 10 Prozent auf 14 Euro. Der Kurs war bereits seit Beginn der Woche deutlich gestiegen.

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Von Heike Göbel

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