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Gabriels Pläne Größenwahn

31.10.2006 ·  Gabriel stapelt nicht gerade tief mit seinem Vorstoß, sich zum Chef eines „grünen Industriekabinetts“ aufzuspielen. In den Reihen der Regierung könnte er sich einige Rückendeckung verspielt haben.

Von Heike Göbel
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Von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel heißt es, er fühle sich politisch zu Höherem berufen. Immer mal wieder trägt der SPD-Politiker diesen Drang nach draußen, gern in Zweikämpfen mit CSU-Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, der ebenfalls ein Ressort führt, das er sich nicht ausgesucht hat.

Anfangs schien es, als sei der ruhigere Glos dem Temperament des Umweltministers nicht gewachsen, der nicht nur fest zum rot-grünen Antiatomkurs steht, sondern des öfteren testet, wie weit sich seine Zuständigkeiten in die Wirtschaftspolitik ausdehnen lassen. Doch in der Atompolitik ist das letzte Wort über die von Gabriel bekämpfte Verlängerung der Kraftwerkslaufzeiten noch nicht gesprochen. Gut möglich, daß Glos mit seiner bedächtigen Art am längeren Hebel sitzt.

Verscherzt

Gestern zumindest dürfte sich Gabriel einigen Rückhalt in der Regierung verscherzt haben mit seinem Vorstoß, sich zum Chef eines „grünen Industriekabinetts“ aufzuspielen, um mit der Umweltpolitik nicht nur die Wirtschaft zu fördern, sondern auch noch den sozialen Zusammenhalt und den Weltfrieden. Kleiner geht es wohl nicht?

Offenbar sind Umwelt und Klimaschutz in Deutschland inzwischen so weit in Ordnung gebracht, daß ein Bundesumweltminister mit dieser Aufgabe nicht mehr ausgelastet ist. Statt Gabriel in den Ressorts der Kollegen wildern zu lassen, sollte die Kanzlerin seine Aufgaben anderen Ministerien zuordnen.

Quelle: F.A.Z., 31.10.2006, Nr. 253 / Seite 15
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Jahrgang 1959, verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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