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G-8-Gipfel „Mehr Geld gegen Aids“

31.05.2003 ·  Daimler-Chrysler-Chef Schrempp appelliert in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung an den G-8-Gipfel: Wenn Aids nicht verhindert wird, greift die Krise auch auf Europa über.

Von Jürgen Schrempp
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Die Führer der G-8-Staaten werden heute in Evian Gelegenheit haben, die amerikanisch-europäischen Spannungen zu überwinden, und neue Gemeinsamkeit zu finden. Sie können gemeinsam eine Krankheit bändigen helfen, die 25 Millionen Menschen das Leben gekostet hat.

Präsident George W. Bush ist mit gutem Beispiel vorangegangen. Er bekam 15 Milliarden Dollar für die Bekämpfung von Aids über die nächsten fünf Jahre vom Kongreß bewilligt. Von dieser Summe werden 14 Milliarden vor allem afrikanischen Ländern zugute kommen.

Weltweit sind mehr als 42 Millionen Menschen mit dem HIV-Virus infiziert. Bis 2010 wird von 80 Millionen Todesfällen ausgegangen. 30 Millionen der an Aids erkrankten Menschen leben in Afrika, wo einige Staaten bis zum Ende des Jahrzehnts ein Viertel ihrer Einwohner verlieren könnten. In manchen afrikanischen Ländern sind fast 40 Prozent der Erwachsenen mit dem Erreger infiziert.

Präsident Bush hat es auf den Punkt gebracht: "Dies ist eine furchtbare, aber keine hoffnungslose Krankheit." Denn wir wissen, was wir zu tun haben: Aids kann verhindert werden. In Uganda konnte die Infektionsrate dramatisch reduziert werden. Aids kann auch behandelt werden. Medikamente zur Bekämpfung von Retroviren werden erschwinglich und verlängern das Leben vieler Infizierter.

Unkontrolliert wird die Krankheit die Volkswirtschaften und staatlichen Strukturen in den Entwicklungsländern überfordern. Demographen warnen, daß sich die Krise auf den eurasischen Kontinent ausdehnen und sogar Rußland, Indien und China destabilisieren könnte.

Die Führer der G-8-Staaten können weitere finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. Dies ist notwendig. Darüber hinaus sollten sie alles unternehmen, um die zivilen Institutionen ihrer Länder in den Kampf gegen Aids einzubinden.

In den letzten fünf Minuten, die zum Lesen dieses Artikels benötigt wurden, starben 30 Menschen an Aids, 55 weitere infizierten sich. Die Führer der G-8-Staaten haben die historische Chance, Millionen Menschen Hoffnung zu geben.

Jürgen E. Schrempp ist Vorstandsvorsitzender der Daimler-Chrysler AG.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 1. Juni 2003
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