Home
http://www.faz.net/-gqe-75gq7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Digitale Exzellenz

G 8 Cameron will Freihandel voranbringen

Großbritannien hält seit Jahresbeginn die G-8-Präsidentschaft inne und organisiert das nächste Gipfeltreffen im Juni in Nordirland. Zum Beginn des G-8-Vorsitzes hat Premierminister Cameron seinen Einsatz für ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten bekräftigt.

© dapd Vergrößern David Cameron

Im neuen Jahr 2013 werden die Themenschwerpunkte der G-8-Länder und der Europäischen Union stark von Großbritannien und Irland beeinflusst. Beide Länder stehen vor der Herausforderung, auf internationaler Ebene Verhandlungen zu steuern, die sie selbst - mitunter mit erheblichen Interessenkonflikten - betreffen. Auf die Tagesordnung drängen Themen wie ein Freihandelsabkommen der EU mit den Vereinigten Staaten und die Bankenunion.

Am 1. Januar hat Großbritannien den Vorsitz der G-8-Länder von den Vereinigten Staaten übernommen und wird daher das Gipfeltreffen im Juni ausrichten. Es wird das erste Mal in Nordirland in Lough Erne stattfinden. Die G8 ist eine Bezeichnung der traditionell reichsten Länder, nämlich die Vereinigten Staaten, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Russland und Kanada. Da China und Brasilien als heute ebenso wichtige Wirtschaftsnationen nicht in den G8 enthalten sind, ist die Bedeutung der Ländergruppe gesunken.

Dennoch: Der britischen Premierminister David Cameron wird in seiner Präsidentschaft vor allem die Aufnahme von Gesprächen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union zu einem Freihandelsabkommen forcieren. Dies wird ebenso Aufgabe der Iren sein, die am 1. Januar die Präsidentschaft des Europäischen Rates übernommen haben. Großbritannien ist indessen bemüht, sein eigenes Verhältnis zu der Europäischen Union auf neue Füße zu stellen. Cameron will Souveränitätsrechte von Brüssel zurückfordern, weil die Briten den Weg einer immer stärkeren Integration, den die Währungsunion einschlägt, nicht mit beschreiten wollen.

Kampf gegen Steueroasen

Der britische Premierminister will die G8 zudem auf eine stärkere Zusammenarbeit bei der Vermeidung von internationaler Steuerhinterziehung und der Behandlung von Steueroasen einschwören. Protektionismus, Handel, eine größere Transparenz - auch von Ländern die internationale Hilfe in Anspruch nehmen - und die Syrien-Krise sind andere Schwerpunkte der Präsidentschaft. Cameron rief seine Amtskollegen der anderen G-8-Länder in einem Brief zur Zusammenarbeit auf, „um die Volkswirtschaften wieder in Gang zu bringen und den Wohlstand zu fördern.“ Die irische Koalitionsregierung kündigte an, bei ihrem Vorsitz des EU-Rates ginge es ebenfalls um „Stabilität, Wachstum und Beschäftigung.“ Irland muss die festgefahrenen Verhandlungen um den EU-Haushalt weiterführen.

Die Republik wird voraussichtlich das erste Land sein, das sich nach einem umfangreichen Hilfsprogramm der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf Dauer wieder allein an den Kapitalmärkten refinanzieren wird. Gerade deshalb aber ist es für die Regierung in Dublin so entscheidend, welche Richtung die Verhandlungen in der Europäischen Union und Währungsunion nehmen. Für Irland macht es einen erheblichen Unterschied, ob Banken direkt vom ESM kapitalisiert werden dürfen und Irlands Schuldenquote darüber entlastet werden könnte. Jede politische Entscheidung, die die Schuldenkrise beeinflusst, hat auf Irlands Hoffnung, sein Hilfsprogramm beenden zu können, unmittelbare Auswirkungen. Allerdings werden die Iren die Agenda weniger stark als in den vergangenen Jahren prägen können, weil mit Herman Van Rompuy im Jahr 2009 ein eigenständiger Präsident des Europäischen Rates gewählt wurde.

Wichtige Programmpunkte der EU werden die Ausgestaltung der Bankenunion sein und die Beitrittsverhandlungen zur EU mit Kroatien, Island und der Türkei, sowie mit Montenegro, Serbien, Mazedonien und Albanien.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Wirtschaftsprognose London zittert dem Wahltag entgegen

Vor den britischen Parlamentswahlen wachsen für den Aktienmarkt die politischen Risiken. Die Entwicklung an der Börse begeistert wenig. Mehr Von Marcus Theurer, London

23.02.2015, 19:54 Uhr | Finanzen
Ukraine Auch Großbritannien schickt Militärausbilder

Großbritanniens Premierminister David Cameron verkündete, dass das Vereinigte Königreich Militärausbilder in die Ukraine schicken wird. Auch spätere Waffenlieferungen seien nicht ausgeschlossen. Mehr

25.02.2015, 11:22 Uhr | Politik
EU und Britannien Cameron spielt keine Rolle mehr

Merkel und Hollande ringen tagelang um Frieden in der Ukraine - und wo bleibt David Cameron? Der britische Premier ist auf der internationalen Bühne kaum noch wahrzunehmen. Nicht nur die Opposition in London übt scharfe Kritik.  Mehr Von Jochen Buchsteiner, London

13.02.2015, 12:20 Uhr | Politik
Freihandelsabkommen Die größte Freihandelszone der Welt

Es ist das gemeinsame Großprojekt der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten: ein gemeinsamer Wirtschaftsraum soll geschaffen werden - von Kalifornien bis Bukarest. Es wäre die größte Freihandelszone der Welt. Unternehmen halten das Abkommen für wichtig. Doch die Kritik daran wächst. Mehr

28.12.2014, 11:30 Uhr | Wirtschaft
Krieg in der Ukraine Großbritannien schickt Miltärausbilder

Premierminister David Cameron traut dem Minsker Abkommen nicht. Er schickt Militärausbilder in die Ukraine, um dort Regierungstruppen auszubilden. Litauen führt aus Angst vor Russland die Wehrpflicht wieder ein. Mehr

24.02.2015, 19:52 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 02.01.2013, 16:29 Uhr

Arbeit, bei Licht betrachtet

Von Heike Göbel

Auf dem Arbeitsmarkt könnte es nicht besser laufen für Arbeitsministerin Andrea Nahles. Doch mit einem anderen Projekt bekommt sie Probleme. Mehr 1 13


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Länger krank

Die Grippewelle macht Deutschlands Betrieben zu schaffen. Doch normalerweise sind es nicht die Infekte, die den Unternehmen Schwierigkeiten bereiten. Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden