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G-20-Gipfel Neuverhandlungen für Griechenland möglich

 ·  Nach der Wahl in Griechenland atmet die internationale Finanzwelt auf. Zum Auftakt des G-20-Gipfels wird nun erstmals offen erwogen, Griechenland mehr Zeit zu geben, um seine Kreditbedingungen zu erfüllen.

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In internationalen Finanzkreisen wird erstmals offen erwogen, die Kreditbedingungen für Griechenland in Neuverhandlungen mit der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erleichtern. Falls die nächste griechische Regierung sich entscheide, den Euro zu behalten, werde sie wahrscheinlich um Neuverhandlungen ersuchen, sagte der Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Angel Gurria, vor Beginn des Gipfeltreffens der großen Industrie- und Schwellenländer (G 20) im mexikanischen Los Cabos. Wenn das die Bedingung sei, dass Griechenland im Euroraum bleibe, dann „sollte man das wahrscheinlich versuchen“, sagte Gurria noch vor dem vorläufige Wahlergebnis in Griechenland. Er nannte als eine Möglichkeit, dass der Zeitraum zur Erfüllung der Kreditbedingungen gestreckt oder dass die Bedingungen unterschiedlich gewichtet würden.

Vor Beginn der Beratungen der G 20, die von der Euro-Krise dominiert werden, stiegt der internationale Druck auf die Europäer, ihre institutionalisierte Zusammenarbeit zu verstärken, um zu einer schnellen Lösung der Schuldenkrise zu kommen. Die G 20 würden in der Abschlusserklärung die Europäer in ihrem Bemühen um eine engere Geld- und Fiskalunion unterstützen, sagte der Gastgeber des Gipfeltreffens, Mexikos Staatspräsident Felipe Calderón. „Wenn die Glaubwürdigkeit zerbrochen ist, gibt es kein System und keine Wirtschaft, die sich selbst erhalten kann“, warnte Calderón. Europa aber habe noch Zeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Gurria und Weltbank-Präsident Robert Zoellick warnten in Los Cabos, dass die Euro-Krise die Weltwirtschaft bedrohe. Zoellick sprach von einem „sehr gefährlichen Moment“ für die Weltwirtschaft. Er forderte die Europäer auf, endlich zu erklären, was sie zur Lösung der Krise zu tun gedächten. In scharfen Worten rügte Zoellick, dass die Politik die Märkte verunsichere und negative Rückwirkungen drohten. Es sei erstaunlich, dass die 100 Milliarden Euro Bankenhilfe für Spanien sich an den Märkten zu einer „negativen Geschichte“ entwickelt habe. „Die Ausführung war extrem schlecht“, sagte Zoellick. Gurria sagte, wenn die Europäer keine institutionelle Antwort für ihre Probleme fänden, müssten die G 20 „überwältigende Kraft“ einsetzen, um den Schaden für die Weltwirtschaft einzudämmen. Er forderte vor allem einen Beitrag der Europäischen Zentralbank, der „europäischen Panzerfaust“.

Derweil zeichnet sich zunehmend ab, dass unter dem Eindruck der sich zuspitzenden Schuldenkrise im Euroraum die finanzielle „Feuerkraft“ des IWF um mehr als die im April vorläufig fixierten 430 Milliarden Dollar erhöht werden wird. Calderón sagte, er schätze, dass die Finanzaufstockung durch bilaterale Kreditlinien größer ausfallen werde. Er legte sich nicht auf eine endgültige Zahl fest. Die Staats- und Regierungschefs der G 20 und ihre Finanzminister wollen sich in Los Cabos darauf verständigen. Die Geschäftsführende Direktorin des Währungsfonds, Christine Lagarde, hatte zu Jahresbeginn ursprünglich 500 Milliarden Dollar mehr gefordert. Das Direktorium des Fonds hatte Ende vergangener Woche beschlossen, dass der Fonds die bilateralen Kreditverträge nur nachrangig nutzen darf, wenn alle anderen Geldmittel „fast“ ausgeschöpft sind.

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Jahrgang 1965, Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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