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Fusion von Thomas Cook und My Travel Karstadt-Quelle formt Tourismus-Riesen

12.02.2007 ·  Karstadt-Quelle macht dem Touristikkonzern TUI neue Konkurrenz: Der Warenhaus- und Versandhandelskonzern hat mit einem neuen Coup sein Reisegeschäft deutlich ausgebaut.

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Der Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle hat mit einem erneuten Coup sein Reisegeschäft deutlich ausgebaut. Das Essener Unternehmen teilte am Montag mit, dass die Tourismustochter Thomas Cook mit dem britischen Reiseanbieter My Travel Group fusioniert wird.

Erst jüngst hatte Karstadt-Quelle Europas zweitgrößten Reiseanbieter Thomas Cook vollständig von der Deutschen Lufthansa übernommen.

Der TUI auf den Fersen

Der neu entstehende Reisekonzern wird unter dem Namen Thomas Cook Group firmieren und an der Londoner Börse gelistet. Nach der Fusion kommt die neue Tourismusgruppe auf einen Umsatz von rund zwölf Milliarden Euro und ist nach Karstadt-Quelle-Angaben Marktführer in Großbritannien sowie Skandinavien und nimmt führende Marktpositionen in Kontinentaleuropa und Kanada ein.

Die Thomas Cook Group gehört damit zu den größten Reiseunternehmen der Welt, hieß es weiter. Branchenprimus TUI setzte in der Tourismussparte 2005 rund 14 Milliarden Euro um.

Stellenabbau mit der Fusion verbunden

Mit dem Zusammenschluss ist wohl auch ein Stellenabbau verbunden. Eine entsprechende Erwartung äußerte der Thomas-Cook-Vorstandsvorsitzende, Manny Fontenla-Novoa. Der Abbau werde hauptsächlich in Großbritannien stattfinden. Es werde nur „kleine Auswirkungen“ in Deutschland geben, sagte Fontenla-Novoa, ohne konkrete Zahlen nennen zu wollen. Thomas Cook hatte im vergangenen Geschäftsjahr 2005/2006 seine Mitarbeiterzahl bereits von rund 23.300 auf knapp 19 700 verringert. My Travel beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit etwa 13.000 Menschen.

Die unternehmerische Führung des neuen Konzerns liegt den Angaben zufolge bei Thomas Cook beziehungsweise Karstadt-Quelle. Der Warenhaus- und Versandhandelskonzern soll 52 Prozent an der Thomas Cook Group halten. Unter anderem übernimmt der Karstadt-Quelle-Chef Thomas Middelhoff den Aufsichtsratsvorsitz. Die beiden Vorstandsvorsitzenden von My Travel und Thomas Cook, Peter McHugh und Fontenla-Novoa, sollen für eine Übergangszeit das neue Unternehmen gemeinsam führen, ab 2008 wird Fontenla-Novoa alleiniger Chef.

Die Hälfte des Umsatzes im Ausland

Die Touristikkonzerne erhoffen sich aus der Fusion jährliche Kosteneinsparungen von 112 Millionen Euro vor Steuern. Rund 90 Prozent der Effekte sollten innerhalb der nächsten zwei Jahre gehoben werden, sagte Krastadt-Quelle-Chef Middelhoff. Das neue Unternehmen sei schuldenfrei und ein „führender Player in Europa“, fügte er hinzu. Karstadt-Quelle selbst könne zudem den Verlustvortrag von My Travel von 1,2 Milliarden Euro unmittelbar einsetzen. Durch die Fusion der Reisetochter erreiche Karstadt-Quelle einen Umsatz von rund 21 Milliarden Euro, rund 50 Prozent davon würden im Ausland erzielt.

Der Fusion müssen die Kartellbehörden und die Aktionäre von My Travel noch zustimmen. Zudem steht sie unter dem Vorbehalt des endgültigen Vollzugs des Lufthansa-Anteilsverkaufs. Über die Trennung bei Thomas Cook hatten sich Karstadt-Quelle und Lufthansa erst kurz vor Weihnachten geeinigt. Am vergangenen Freitag wurde die vollständige Übernahme für 800 Millionen Euro abgeschlossen.

Die Aktienkurse von My Travel und Karstadt-Quelle konnten am Montag bis zum Nachmittag deutlich zulegen. My Travel lagen an der Londoner Börse rund 30 Prozent im Plus bei 313 britischen Pence, Karstadt-Quelle gewannen 4,1 Prozent auf 27,25 Euro.

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