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Führungspositionen : Auch beim Staat schaffen es nur wenige Frauen nach oben

  • Aktualisiert am

Frauen an der Spitze: Im Bundeskabinett klappt das ganz gut. In den Staatsunternehmen weniger. Bild: dpa

Staatliche Forderungen, dass mehr Frauen in die Chefetagen aufsteigen müssen, gibt es viele. Diese Studie zeigt, wie es beim Staat selbst und in seinen Unternehmen in dieser Hinsicht aussieht: düster!

          Dass Frauen in der Wirtschaft angeblich oft an die so genannte „gläserne Decke“ stoßen und den Sprung ins Top-Management noch zu oft verfehlen, ist häufig debattiert worden. Der Staat tut einiges, um die Präsenz von Frauen in den Chefetagen zu fördern. Zumindest für die Aufsichtsräte von 150 Unternehmen gilt sogar mittlerweile eine Frauenquoten von 30 Prozent bei Neubesetzungen. In Unternehmen der öffentlichen Hand und beim Staat selbst müssten, folgten sie der Logik ihrer eigenen Politik, jedoch eigentlich vorbildlich viele Frauen in der Führungsebene arbeiten. Das ist aber überhaupt nicht so, hat jetzt eine Studie der Zeppelin Universität in Friedrichshafen festgestellt.

          Auf Basis einer Analyse von 69 Städten und 1488 öffentlichen Unternehmen zeigen die Forscher in ihrer Arbeit, die an diesem Freitag veröffentlicht wird, dass die Repräsentation von Frauen in den Top-Managementorganen mit einem Gesamtdurchschnitt von 16,8 Prozent weiter gering ist. Weil die Forscher Ulf Papenfuß, Christian Schmidt und Florian Keppler ihre Untersuchung der Frauenanteile in der öffentlichen Hand und den öffentlichen Unternehmen schon zum zweiten Mal gemacht haben, konnten sie feststellen, dass die geringen Quoten auch nicht sehr stark nach oben gegangen sind: Im Vergleich zur Erhebung vor eineinhalb Jahren ist der Anteil der Frauen auf der Top-Managementebene nur um 1,6 Prozent gestiegen.

          Bei den Städten ist die Repräsentation in Gera (41,7 Prozent), Offenbach am Main (40,0 Prozent), Erfurt (30,8 Prozent) und Berlin (30,1 Prozent) am höchsten. Weniger als fünf Prozent Frauen in der obersten Etage haben dagegen Ingolstadt, Ludwigshafen, Jena, Essen und Trier. Im Vergleich zur letzten Studie ist bei 25 Städten eine Steigerung der absoluten Anzahl von Frauen in den Organen zu verzeichnen. Vergleicht man ganze Bundesländer liegen Rheinland-Pfalz und Bayern hinten, die Stadtstaaten Berlin und Bremen, sowie Thüringen schaffen dagegen recht hohe Quoten.

          Krankenhäuser top, Stadtwerke flop

          Bei den öffentlichen Unternehmen gibt es große Unterschiede, je nach Branche. In Stadtwerken und in der Abfall- und Entsorgungswirtschaft sitzen nur wenige Frauen im Top-Management: Der Anteil liegt im einstelligen Prozentbereich. Dagegen schaffen es im Bereich Gesundheit und Soziales und in Krankenhäusern recht viele: Dort liegt der Anteil bei mehr als einem Drittel beziehungsweise mehr als einem Viertel.

          „Die Zahlen dokumentieren, dass - abgeleitet aus den selbst formulierten Zielen - in vielen Städten nach wie vor großer Handlungsbedarf in Bezug auf die Repräsentation von Frauen in Führungspositionen kommunaler Unternehmen besteht“, schreiben die Autoren der Studie in ihrem Fazit. Die Vorbildfunktion der öffentlichen Unternehmen werde „häufig betont“. Gemessen daran sei „der Gesamtdurchschnitt der Repräsentation als weiter niedrig einzustufen“.

          Quelle: nab.

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