23.12.2012 · Der Unternehmer herkömmlichen Typs mit seiner Intuition wurde abgelöst von Managern, die auf Modelle und Techniken setzen. Das führte zur Finanzkrise. Jetzt sind aber wieder gebildete Führungskräfte gefragt.
Von Georg GiersbergRichtlinien für Lesermeinungen
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Die "TOP DOWN-Revolution" der Herrschaftserzeugung/-ausrichtung in Unternehmen durch einen
speziellen Typus des"Managers"hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Herrschaftserzeugung durch das Entstehen des Obrigkeitsstaates im nationalen Rahmen in DE nach Scheitern der "Frankfurter Paulskirche"(1848) ab ca 1865.Die Wohlfahrt des Staates wurde obrigkeitsstaatlich(von oben nach unten) beschlossen(BGB ,Rentenversicherung etc entstanden,natürlich verbunden mit polit.Kalkül,dass die Obrigkeiten ihre Position behaupten konnten-nebenbei es war eine Fehlentwicklung wie die Geschichte zeigte).Natürlich ist ein Unternehmen kein Staat,aber die Mechanismen sind bzgl d Herrschaftserzeugung ähnlich.-Nach WK II kritisierte Schelsky noch die Priesterkaste d Manager,die Sinn i eigenen Interesse vermittelten;heute gehören etliche "Manager" e. Kaste an,die keinen Sinn mehr vermittelt,aber trotzdem völlig i eigenen Interesse handelt-und Nutzen aus d obrigkeitsstaatlichen Konstruktion in Unternehmen zieht.Der "Wettbewerb" d Manager intern ist oft eine Farce.Die Seilschaft ist obrigkeitsorientiert.
Vor 100 Jahren waren Manager die Lösung - heute sind sie das Problem
So, oder ähnlich, heißt glaube ich ein Buchtitel, der nicht wahrer sein könnte. Die meisten MBA/BWLs sind völlig überflüssig. Das wissen sie auch und schaffen sich durch immer mehr idiotische bürokratische Prozesse, die sie ungefragt etablieren, eine scheinbare Existenzberechtigung. Und stehen damit den produktiven Mitarbeitern und echtem Fortschritt im Weg. Manager lohnen sich nur, wenn sie gesunden Menschenverstand, Fachwissen, echte Menschenführung mit in den Job bringen. Das sind in meiner Erfahrung etwa 10% aller Manager, und es werden weniger, weil Millionen überflüssige MBAs herangezogen werden, die anschließend die Unternehmen intellektuell verstopfen. Übrigens fällt auf, dass hier fast niemand Partei für sog. Manager ergreift. Grund: diese Leute lesen nichts aus ihren Kontoauszügen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.12.2012 09:51 Uhr@Peter Pen - Ich stimme Ihnen zu - das ist auch meine Erfahrung ...
Schlimm ist, dass die BWL-Buerokraten auch andere Fachrichtungen in ihren sinnlosen Verwaltungsstrudel hineinziehen. Haarig wirds dann, wenn man BWLer mit Aufgaben betraut, die originaer in andere Fachrichtungen gehoeren, bevorzugt Mathematik. Das tollste was ich mal hatte war eine nicht unbedeutende Logistik-Prognosesoftware, die von einem BWLer entwickelt wurde, der a) weder Statistik als Schwerpunktfach hatte noch b) ueber viel Programmiererfahrung verfuegte. Das ganze System ist total veraltet und rechnet streckenweise nur Mist. Auf Nachfrage wie bestimmte Teile des Codes mathematisch zu interpretieren sind, heisst es dann "Ja, ich weiss nicht mehr wie das war; da muss ich mal in die Spezifikation schauen.". Die Kroenung ist, dass den Kunden oft egal ist, was das System rechnet, Hauptsache die Ergebnisse sind unauffaellig. Und so etwas ist beileibe kein Einzelfall. Aber Hauptsache der Belegfluss funktioniert. Das ist dann die Kroenung des Business-IT. Management ahnungslos!
stimme Ihnen voll und ganz zu. Allerdings bitte die Aussagen
hinsichtlich des persönlichen Haftungsrisikos eines
Eigentümerunternehmers zu ergänzen. Insbesondere, wenn die
Staatsquote bei ca. 60% im Lande liegt und damit so gut wie jeder
Unternehmer auf Staatsaufträge angewiesen ist und gegen
Beamtenbürokratie als Lieferant anzukämpfen hat. Ein Desaster
in D!
Weiterhin möchte ich daran erinnern, daß das Buch
"Nieten in Nadelstreifen" von Herrn Ogger bereits 1992, also
vor zwanzig Jahren, erschienen ist.
Was hat sich seitdem geändert? Meinem Gefühl nach hat sich
wenig verbessert, dafür das Meiste verschlechtert. Es ist
gefühlt alles doppelt so übel geworden, wie in dem Buch beschrieben.
Der zeitgemäßen, dynamisch-sportlich politischen Korrektheit
(kurz: Einschränkung der Meinungsfreiheit) mit der Bratwurst- und
Hofberichterstattung (kurz: BuH) in D sei Dank!
Die Globalisierungsgegner hatten schon Recht!
Nur wollte das damals niemand sehen. Die Währungsrelationen als
politisches Instrument wollte und kann oft genug ein Politiker
europäischen Zuschnitts nicht erkennen. Solange wir Sozialarbeiter,
Lehrer, die nie gelehrt haben, Käufer von Doktorarbeiten und
Studienabbrecher in den Parlamenten versammeln, müssen wir davon
ausgehen, daß diese mit dem Erkennen der Zusammenhänge
überfordert sind.
Wenn von zwei Ländern A und B gleichen Lebensstandards, aber mit
unterschiedlichen Währungen z.B. das Land B abwertet, wird is
Investitionen von A nach B lenken und seinen durchschnittlichen
Lebensstandard verbessern und in der Regel den von A verschlechtern.
Wenn ich eine Einheitswährung Euro schaffe, bleibt diese
Möglichkeit allen Ländern verschlossen. In einen
Staatenkonglomerat wie der EU mit solch unterschiedlichen
Wirtschaftsstrukturen wie von Deutschland und Griechenland muß das
in die Hose gehen.
Und so wandern deutsch Arbeitsplätze nach China und Brasilien.
Schwer zu verstehen?
Sie tappen genau in die menschenverachtende Falle, die Ihnen und vielen
anderen mit Hilfe der neoliberalen Gehirnwäsche gestellt wurde.
Was ist ein fairer und sinnvoller Wettbewerb?
Jedenfalls kann das NICHT bedeuten, dass man einen Wettbewerb
darüber führt, wer am besten im Senken der Löhne ist. Im
Gegenteil: Man muss VERHINDERN, dass es diesen Wettbewerb mit einer
Lohnspirale nach unten gibt. Unternehmen die nicht produktiv sind,
müssen vom Markt verschwinden und dürfen nicht auch noch mit
Hilfe des Sozialstaats (Aufstocker, etc.) künstlich am Leben
erhalten werden. Nur das ist ein Garant für Innovation und
Wachstum. Wenn wir über Löhne einen Wettbewerb der Nationen
führen haben wir genau die Ergebnisse, die sich jetzt in den
dramatischen Handelsungleichgewichten in der Eurozone widerspiegeln. Ein
Desaster, weil unsere Nachbarn nicht abwerten können. Der Euro ist
so nicht zu halten!
Unternehmen sollen sich ausschließlich einem Wettbewerb um
Produktivität stellen - sonst nichts!!
Was fehlt ist ein Abgesang auf das sogenannte "Amerikanische Management"
In den 90er Jahren wurden wir überschwemmt mit dem sogenannten
"Amerikanischen Management". Kern dieser Lehre ist die
rationale Ausrichtung des Unternehmens auf die Erreichung finanzieller
Ziele.
In der Folge der Berieselug durch Unternehmensberater und begleitenden
Publikationen mit "Amerikanischem Management" wurde die
Erzielung maximaler Gewinnen zum letztendlichen Zweck des Unternehmens erklärt.
Man hat heute schon ernsthafte Probleme damit andern zu erklären,
dass Gewinne eine Rolle zu spielen Haben, aber niemals Zweck eines
Unternehmens sein dürfen. Zweck eines Unternehmens ist es jeweils
Leistungen und Produkte für Kunden zu erzeugen und hierbei eine
Balance zwischen den Interessen von Kunden, Mitarbeitern,
Eigentümern und gesellschaftlichem Umfeld zu erreichen.
Wo diese Balance fehlt, kommt es zum geistigen und in der Folge zum
materiellen Bankrott.
Man könnte es so zusammenfassen:
Ein alter, aber weiser Spruch lautet:
" Managers do the things right - but Leaders do the right things"
Ich halte gute langfristige Unternehmensführung und auch gute
Führung im mittleren Management für nur sehr beschränkt
erlernbar. Vielmehr bedarf es einer bestimmten Persönlichkeit, die
bereits sehr früh auf Offenheit gegenüber dem Gegenüber
(= MA und auch Kunden) wohlüberlegte und sorgfältige, vor
allem auch repetitiver selbstkritische Ist-Analyse, der Fähigkeit
zu kreativem Radikalismus, und einem ausreichend langem gedanklichen
Horizont bei gleichzeitigem Realismus angelegt ist.
diese oftmals auch wertkonservativen Unternehmensführer werden
jedoch dramatisch Weniger.
Alte Familienunternehmen und Mittelständler hingegen können
es sich leisten, diese Persönlichkeiten heranzubilden, während
kurzzeitinvestoren menschliche Mogelpackungen, Knochenbrecher
bevorzugen, die nach kurzem Strohfeuer reich das Schiff verlassen, das
nicht das Ihre ist und mit dem sie sich nie identifizierten
Selbstbeweihraeucherung eines Top-Managers
Eine tolle Sprechblasensammlung:
„Wirkliche Führung beginnt dort, wo das Rechnen aufhoert.“
„Fuehrung oder Management macht aus Ressourcen Ergebnisse“
„Fuehrung bedarf der Generalistenperspektive“
„Es gibt Dinge, die man nur versteht, wenn man nicht Fachmann ist“
„Buerokratie laehmt, Systeme befreien.“
Für wie bloede haelt der Mann seine Mitarbeiter und andere
Mitmenschen eigentlich? Man muss schon reichlich groessenwahnsinnig
sein, um solchem Gefasel einen konkreten Sinn abzugewinnen.
Meine Erfahrung mit Managern ist so, dass ich mir ein Kreuz in den
Kalender mache, wenn ich mal einen gebildeten treffe. Das passiert nur
alle 5 bis 10 Jahre einmal. Der Herr Malik wuerde, gemessen an dem
dummen Management-Babble in dem Artikel wahrscheinlich nicht dazu
gehoeren.
daß wir grade das christliche Weihnachtsfest feiern, sollte man sich in einer stillen Stunde mal das neue Testament vornehmen, um sich klar zu machen, was Jesus zum guten Unternehmer sagt. Das Gleichnis vom guten Hirten ist für mich die schlichteste und schönste Darstellung, was einen guten Unternehmer ausmacht.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.12.2012 15:06 UhrMauchers Worte vom "Wohlstandsmüll" nicht zu vergessen ...
... mit denen er 1997 "Leute, die entweder keinen Antrieb haben,
halb krank oder müde sind, die das System einfach ausnutzen."
beschrieb.
Der gute Herr Maucher gehört übrigens zu den
"Investoren" um Thilo Berlin, die sich an der Hypo Alpe Adria
auf Kosten des Steuerzahlers gesundgestoßen haben. Ein tolles Unternehmervorbild!
Na, dann machen wir mal schnell den Abgleich mit den Realitäten ....
Schauen wir uns mal die großen Wirtschaftsführer an, die
nicht mit Yoghurtbechern, sondern mit echten Innovationen ihr Geld
verdient haben:
Larry Ellison - Mathematikstudium, Studium abgebrochen, Chef von Oracle
und einer der erfolgreichsten "Führungskräfte" der Software-Industrie
Steve Jobs - abgebrochenes College-Studium, Gründer und Chef von
Apple, dem zumindest zeitweilig wertvollsten Unternehmen der Welt
Bill Gates - Studium an der Harvard-University abgebrochen, Chef von
Microsoft, einer der erfolgreichsten Industrieführer
überhaupt.
Diese Liste könnte man lange, lange fortsetzen, bis man irgendwann
vielleicht einmal auf einen Menschen mit BWL-Abschluss findet, der -
außer Yoghurtbecher mit viel Marketing in den Markt zu
drücken - echte Innovationen zustande gebracht hätte.
Ein BWL-Studium als Voraussetzung für
"Führungsqualitäten"? Das lässt sich vermutlich
nicht empirisch belegen. Ich lass mich aber gerne eines besseren
belehren ....
@Andreas Mueller - Nutzen von BWLern?
Sie wollen ja wohl nicht behaupten, ein Informatiker oder Ingenieur
waeren nicht in der Lage den Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn zu
kennen. Ich kenne genuegend BWLer, die nicht in der Lage sind einen ROI
zu berechnen, weil sie Probleme haben, Investitionen, Kosten und Erloese
richtig einzuordnen. Ausserdem, ich habe das anderenorts schon
geschrieben, ist BWL eine grosse Ansammlung von Trivialitaeten. Die
Mathematik, die in den WiWi betrieben wird, ist ein Witz (aus der
Sichtweise eines Mathematikers). BWLer sind nicht die Loesung von
betriebswirtschaftlichen Problemen, sie sind ein Teil davon. Mir waere
es lieb, wenn sich BWLer auf die reine Ausfuehrung von buchhalterischen
und Vertriebstaetigkeiten beschraenken wuerden. Damit meine ich
insbesondere, dass sie sich aus dem Design von Geschaeftsprozessen
heraushalten. Dann koennten sie nicht so viel Schaden durch angewandte
Dummheit anrichten.
Schöne Liste
Nach dieser Liste sollten alle ein naturwissenschaftlichen Studium
beginnen, abbrechen und dann erfolgreich werden. Außerdem: Nennen
sie die genialen Visionen dieser wenigen Menschen wirklich Realität?
Wenn wir mal auf dem Teppich bleiben, sieht es doch so aus: Bei den
meisten dieser Unternehmen steht hinter der Idee einer BWLer, der sie
umsetzt, finanziert und weiß wie das Geschäft läuft. Man
kann den Markt um sich rum nicht ignorieren und Tatsache ist:
Kapitalgeber vertrauen lieber einem studierten BWLer, der weiß was
der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn ist, als einem Informatiker
oder Ingenieur.
Außerdem wären die meisten Unternehmen niemals ohne
erfolgreiches Management in diese Liste gekommen.
Es gibt hervorragende Manager und solche, die von
Selbstüberschätzung getragen werden, dass ist Nebenwirkung in
besonders diesem Fach, aber damit muss man leben.
@Sabine Mersmann - Wenn sich die "Finanzmenschen" auf das beschraenken wuerden ...
... was sie gelernt haben, naemlich Geld beschaffen und verwalten und Auftraege reinholen, dann waere die Welt ja in Ordnung. Bedauerlicherweise tendieren sie aber dazu, sich auch in Dinge reinzuhaengen, die sie nicht verstehen. Wenn ich daran denke, wieviel daemliches Management-Gefasel ich mir in meinem Leben schon anhoeren musste. Ich komme mir zunehmend vor wie im Kindergarten. Gluecklicherweise dauert's bei mir nicht mehr lange bis zur Rente.
@Martin Hofmann-Apitius - Da haben sie recht ...
Man koennte die Liste in der Tat lange fortsetzen. Mir fallen ein:
Google-Gruender: Sergey Brin (Informatiker) und Larry Page (Informatiker)
(Mark Zuckerberg lassen wir mal weg)
SAP-Gruender: Dietmar Hopp (Studium Nachrichtentechnik), Hasso Plattner
(Studium Nachrichtentechnik), Klaus Tschira (Physiker), Hans-Werner
Hector (Mathematiker), Klaus Wellenreuther
Die Industriekapitaene der Vergangenheit waren haeufig Ingenieure
(Diesel, Daimler, Benz, Westinghouse, Eiffel, Piech, Zuse),
Naturwissenschaftler (Nobel) oder Self-Made-Men wie Edison, Siemens,
Bell, Thyssen.
BWLer stellen eher Manager, die schon erfolgreiche Unternehmen spaeter
kapern, beispielsweise, wenn die Gruender langsam in Ruhestand gehen.
Mit fremden Lorbeeren geschmueckt laesst es sich gut leben. Vom
naturwissenschaftlich-mathematischen Standpunkt aus, handelt es sich bei
BWL sowieso kaum um eine Wissenschaft sondern vielmehr um eine
willkuerliche Sammlung von Daumenregeln.
Die besten Unternehmenslenker...
die ich erlebte waren keine Wirtschaftswissenschaftler. In der Regel waren es Techniker oder Naturwissenschaftler. Aber das waren auch noch Menschen, denen das Wohlergehen und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens am Herzen lag und nicht der Shareholders Value und die Dividende für Banken und Aktionäre in Übersee.
BWL, Charakter und Bildung statt Intuition, Modellen und Techniken? Und dann wird alles gut?
Bildung gleich Neugier auf Neues - Charakter gleich gutes Benehmen - ein
breites, philosophisch geprägtes, Werte vermittelndes
wirtschaftswissenschaftliches Studium gleich Bildung - generalistische
Führung gleich BWL plus Naturwissenschaft plus Ethik - gute Manager
gleich Ehrlichkeit, Mut, Nerven und Gelassenheit abseits des Mainstreams
- Systeme statt Bürokratie ungleich bürokratische Systeme -
Kapitalanleger gleich kurzfristiges Unternehmensinteresse.
Irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, hier sentimentale
Weihnachtsanwandlungen zu lesen, allerdings ohne jeden realen Bezug.
Denn wer bei Nestlè mal etwas genauer hinschaut, der wird, wie
beim Rest der Wirtschaft, wenig davon wiederfinden.
Aber schön wäre es schon, die Wirtschaft stünde im
Dienste der Menschen, statt in Diensten des Kapitals. Doch das, das
schafft ja nicht einmal die Politik. Und die könnte es ja zumindest.
Richtig! Was mir aber persönlich noch fehlt ist, dass Unternehmer
auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung tragen. Ich meine damit,
dass Führungskräfte auch wissen müssen, wie eine
Volkswirtschaft funktioniert. Wie wirken sich Lohnsenkungen oder
Lohnerhöhungen auf den Binnenmarkt aus? Hält man z.B. immer
noch an dem Märchen fest, dass sinkende Löhne zu mehr
Beschäftigung führen? Also die Forderungen gerade der
deutschen Exportindustrie, über Lohndumping die eigenen
Erträge zu steigern, immer wieder zu fordern, die Steuern
müssen gesenkt werden, etc. Was für das eigene Unternehmen
zunächts einmal gut sein kann, wird mittelfristig zum Bumerang.
Ich möchte darauf hinweisen, dass die geleisteten Arbeitsstunden in
Deutschland kaum zugenommen haben, sondern nur immer mehr in
prekäre Beschäftigungsverhältnisse umverteilt wurden. Die
USA hatten jüngst die niedrigste Lohnquote in ihrer Geschichte,
trotzdem STIEG die Arbeitslosigkeit! Diese Zusammenhänge
müssen erkannt und bekannt werden.
@Sabine Mersmann - BWL naiv
Tatsaechlich koennen Mitarbeiter hoechstens so gut sein wie die Unternehmensorganisation sie laesst. Praktisch werden Mitarbeiter meist nicht entsprechend ihrer Faehigkeiten eingesetzt und auch nicht fortgebildet. Ich erlebe dauernd Faelle, die ungefaehr so sind als wuerde man in einem Krankenhaus die Aerzte die Buchhaltung und die Buchhalter die Behandlungen durchfuehren lassen. Das Management macht schwachsinnige fachliche Vorgaben, eine Folge des Umstands, dass Manager meistens keine Ahnung mehr von fachlichen Details haben. Oder es erstickt die Mitarbeiter in Buerokratie, eine Folge mangelnden Ueberblicks des Managements ueber die Arbeitsbelastung. Qualitaet ist fuer die meisten Manager ein Fremdwort oder eine Sprechblase. Vertriebler muessen entweder so dumm sein, dass die alles glauben oder gut luegen koennen. Kunden werden sowieso nach Strich und Faden belogen - und machen das auch noch mit (ahnungsloses Management auf Kundenseite).
@Hansi Baumert
Danke für die Rückmeldung! Die Unterscheidung die Sie treffen
ist natürlich richtig.
LG A. Gehrmann
@Marvin Parsons
Ich bleibe dabei! Was ich geschrieben habe stimmt - und ich kann es belegen!
Das Problem was wir in Deutschland bzw. Europa haben ist, dass jeder der
BWL studiert hat glaubt, man müsse Deutschland und den Rest der
Welt nur wie einen Betrieb führen, dann würde alles gut! Nein,
das ist ein Desaster! Auch das kann ich belegen! Die einseitig auf den
Export ausgerichtete Wirtschaftspolitik in Deutschland ist eine
Katastrophe für Deutschland UND Europa - jedenfalls für die
breite Masse der Menschen. Trotzdem fordern Arbeitgeber immer noch
Lohnzurückhaltung, sind gegen gesetzliche MIndestlöhne, etc.
Ich weiß sehr wohl worüber ich rede! Jedenfalls starten Sie
einen Angriff ohne jegliche substanzielle Aussage. Das ist sehr
oberflächlich - aber genau das ist auch ein Problem in Deutschland!
Ein Frohes Fest, A.G.
Ihr Hinweise zu den Löhnen ist richtig, aber ein Unternehmer hat als allererstes eine
Verantwortung für das Unternehmen und seinen zukünftigen
Bestand. Das Handeln daraus ergibt sich dann durch den Charakter und den
äusserlichen Rahmenbedingungen, und da fliesst viel mit ein...
Ausserdem ist es ein großer Unterschied, ob von einem Unternehmer
mit voller persönlicher Haftung oder einem angestellten Manager
gesprochen wird, denn letzterer hat ja nicht das unternehmerische Risiko
mitsamt Haftung zu tragen.
Millionen verhinderte Topmanager
Was Führungskräfte auf keinen Fall tun sollten, ist mit aufgeschnappten Begriffen um sich zu werfen und versuchen, etwas zu erklären, was sie nicht ansatzweise verstanden haben. auch mit klugen Ratschlägen, ohne die Verantwortung tragwen zu müssen, sollte man sich zurückhalten. Ihr Beitrag ist ein eindrucksvolles Beispiel.
Die Auffassungen der genannten Autoren kann man nur unterstreichen, sie sind sehr ausführlich in og.Arbeit von Senge schon sehr lange veröffentlicht,gehören aber scheinbar noch nicht zur BWL-Ausbildung. Die Zahlen-, Formel-, Meßgrößen- und Messgläubigkeit erscheint darüber hinaus, Ausdruck eines "Nicht-Studiums" der BWL: Wer BWL wrklich studiert hat, weiß um die sehr begrenzte Brauchbarkeit von Messziffern wie Kapitalwert, Rendite, Cash flow usw. für Entscheidungsfindung und Handlungsregulation. Es ist eben falsch, der Auffassung zu sein, die BWL sei eine Handlungswissenschaft. Das ist sie eben mit nichten! Das Handwerkszeug das sie liefert, ist immer mit dem Prädikat zu versehen "hypothetisch", c.t.. Damit ist die z. B. Controlling-Gläubigkeit nicht vereinbar. Neben diesem Aspekt und dem gen. Risikoaspekt kommt ebenso zu kurz: Begeisterung und Leidenschaft für das Unternehmen, seine Proukte,Mitarbeiter und Kunden, kontrolliert durch Vernunft, nicht nur Verstand.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.12.2012 12:30 Uhr@Rainer Egold ....gut ,dass Sie das so treffend gesagt haben/BWL ist "hypothetisch"......
"Das Handwerkszeug das sie liefert, ist immer mit dem Prädikat
zu versehen "hypothetisch"/BWL ist keine "Handlungswissenschaft".
Aus meiner Erfahrung wird von vielen Managern das Hypothetische seit
längeren Zeiten als harter Fakt interpretiert.Es gibt kaum eine
größere Verwirrung des Geistes als in vielen fremdgesteuerten
Gehirnen ungeeigneter Führungspersonen.Früher mußte ich
mich mit der Verwirrungsbegriffbildung der SBZ herumschlagen;heutzutage
muss man sich wiederum auch mit einer Verwirrungsbegriffsbildung
herumschlagen,die dazu führt,dass der einzelne Mensch bis ins
Privatleben hinein der "Ökonomie-und Finanzwelt"strikt
unterworfen wird,unterworfen werden kann.
PS:Eine Zahl hat skalaren und keinen vektoriellen Charakter für Handlungsentscheidungen.
Die "TOP DOWN-Revolution" der Vergangenheit,dass nur funktionierende Führungskräfte ohne weitere
Eigenschaften gute Führungskräfte sind u befördert werden
können, muss ein Ende haben,wenn nicht weiterer Schaden für
die Unternehmenslandschaft in DE entstehen soll.
Wie kam es dazu(Beispiele):
1.Als zunehmend Führungskräfte vermehrt auftraten,die nicht
mehr "vorausgingen" sondern aus der Etappe heraus
führten.
2.Als zunehmend große Konzerne über d. letzten 15-20 Jahre
ihr Personal an den Staat(also aus purer Renditegläubigkeit in die
Arbeitslosigkeit schickten) oder an ein anderes Unternehmen (zB.in der
Türkei,Korea etc)verkauften.
3.Als flächendeckende TOP-DOWN-Zielvereinbarungssysteme
eingeführt wurden,die "Managern" erlaubte ihre
Verantwortung völlig loszuwerden. Die
TOP-DOWN-Zielvereinbarungssysteme sind im Prinzip ein Instrument der
Planwirtschaft.Mit all den Folgen,die man aus der Geschichte kennt,wenn
es nur um "Herrschaft" intern geht.
4.Als zB die Zahl der Mitarbeiter in Pharmafirmen jährlich mit d
Zahl verpackter Tabletten streng korrelieren mußte!...usw.
Führung entsteht aus der Haltung heraus, "Prügel für andere" einstecken zu können
In "A brave new world" wird z.B. deutlich, dass es eher die
Verbitterten sind, die Probleme im System erkennen. Die Erfolgreichen
haben dazu überhaupt keinen Anreiz. Tun sie es doch, dann wird das
in der Regel hart sanktioniert.
Kurz gesagt: Die schwammige Forderung nach besserer Führung und
Bildung ist nur Geschwafel, das alle paar Jahre aufkommt und
spätestens dann in die Tonne wandert, wenn die Quartalszahlen nicht
stimmen und sich damit der Druck vom Anleger, über den Analysten,
den CEO, den Manager bis hin zum Teamleiter aufbaut.
Sollte *einer* in dieser Kette die Haltung besitzen, um sich dann vor
sein Team zu stellen, dann baut sich diese Haltung automatisch auch
weiter hinten in der Kette auf. Die Prügel, die man dafür von
oben kassiert, sind eine Investition in das eigene Team. Aber
Investitionen lohnen sich nur langfristig und es ist i.d.R. leider
unökonomisch über die aktuelle Stehzeit hinaus zu denken. Das
Unternehmen tut das nämlich auch nicht.
@ Lieber Herr Marvin Parsons ,erstens danke für eine Antwort.Sie sind mir schon mehrmals auf-
gefallen.dass Sie in Texte gleich Ungerechtigkeiten,Bitternisse etc
hinlesen.Ich denke Sie haben vermutlich ein Problem ggf mit sich selbst.
Eine Beschreibung von Verhältnissen ist eine Beschreibung.Es
scheint mir so,dass nach ihrer Lesart,Schriftsteller ,die zB eine
lustige Komödie schreiben,auch immer lustig sein
müßten.Dabei haben sie nur ein lustiges Verhalten von
Menschen beschrieben.
Wenn Molière noch leben würde und mich in allen Facetten
kennen würde,würde er mir sofort zustimmen.Falls ich Ihnen zu
nahe getreten bin,dann bitte ich um Nachsicht.
In jedem Satz merkt man die Verbitterung,
ungerecht behandelt worden zu sein und die Meinung, es alles besser zu wissen.
Uralt-Erkenntnisse der Vernunft!
Es ist mehr als beschämend, dass diese Binsenweisheiten als
"neue Entdeckung"gelten! Im Übrigen müsste die
richige Reihenfolge heißen:"Charakter, Bildung, BWL!"
Und irgendwann wird unsere Gesellschaft auch wieder lernen, dass
Herzensbildung, Allgemeinbildung, Glaube, Umgang mit Menschen und
soziale Fähigkeiten ganz besonders in der Familie begriffen und
auch angewandt werden - sofern Eltern dies selbst verstanden haben.
Kitas und Schulen können da nur einen begrenzten Beitrag leisten!
Ich bin sicher, eines Tages werden diese jahrtausend alten Erfahrungen
als erstaunliche Sensation in den Medien verkündet werden!
Im Grundsatz stimme ich ihnen zu, aber ...
... erstens wuerde ich den Terminus "BWL" allgemeiner fassen, zweitens ist BWL eine Ansammlung von Trivialitaeten, die Fachfremde manchmal besser beherrschen als BWLer, und drittens hoert sich das "wieder lernen" an wie "frueher war alles besser". Da frage ich mich dann, was "frueher" eigentlich heisst: zu Zeiten des Wirtschaftswunders, im dritten Reich, in der Weimarer Republik, im deutschen Kaiserreich oder noch frueher? Ehrlich gesagt glaube ich, dass das nur eine einfach so dahergeschriebene Phrase war.
Der Risikoaspekt kommt ein wenig zu kurz
Wichtige Aspekte werden im Artikel genannt, auf die aber jeder "Vollblutunternehmer" wahrscheinlich ohnehin intuitiv achtet. Allerdings kommt der Aspekt des Risikos wieder einmal zu kurz. Manager von Großunternehmen, so unternehmerisch, kunden- und mitarbeiterfreundlich sowie fleißig sie auch sein mögen, haben meist kein Gefühl für das existenzielle Risiko. Das bedeutet nichts anderes als das die eine Fehlentscheidung das eigene finanzielle Fiasko bedeuten kann. Respekt vor der Managementleistung eines erfolgreichen Managers, der einen großen Konzern erfolgreich "weitergeführt" hat. Er handelt jedoch aus einer relativ sicheren persönlichen Position. Wer nicht einmal aus fast nichts eine Firma aufgebaut hat mit eigenem Risikokapital und diese durch schwere Krisen geführt hat, hat eben dieses Gefühl nicht. Ich behaupte, es ist leichter, 1 Milliarde Umsatz zu verdoppeln, als aus 25.000 EUR eine Firma mit 2,5 Millionen Umsatz zu formen. Die Statistiken für KMU und liefern den Beweis.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.12.2012 12:10 Uhr@Rocco Weyers ..und wie,die Risikoscheu in oberen Etagen bis Vorstand,Aufsichtsrat in Großkonzernen
ist enorm.Keiner aus dieser Gruppe will ein eigenes Unternehmen
gründen wollen.Ich denke,dass doch die Lust ein eigenes Unternehmen
zu gründen,aufzubauen ,wenn die eigene Zeit in einem Konzern vorbei
ist,eigentlich da sein müßte.Fehlanzeige,lieber
läßt man über die Linie den unterstellten Mitarbeitern
erzählen,sie sollten sich selbstständig machen(dh sie sollten
die Firma verlassen,natürlich,wenn man es bös formulieren
will,weil man Rendite auch durch massenweise "Entlassung"von
Mitarbeitern schleichend über die Jahre oder auf einen Hieb
erzeugen,halten kann).Beispiele gibt es genug.
Es stellt sich deshalb die Frage,wer eigentlich umfassendes
unternehmerisches Können in den oberen Etagen (noch)beherrscht.
Es lohnt sich zB die 30 DAX-Unternehmen mal anzugucken.
Wenn obere Manager von ihrem"Lebenswerk"in der Presse
berichten lassen,staune ich immer wieder.Es ist dabei aber auch nicht zu
verstehen,warum etliche Journalisten nicht mehr hinterfragen.
volle Bestätigung!
Aber wer soll das beurteilen können wenn er nicht selbst durch die
Mühle des "von null auf hundert" gelaufen ist? Besonders
witzig finde ich immer die Forderung nach unternehmerischem Handeln,
gestellt von Angestellten an Angestellte.
Bei dem Personal, das sich heute auf mittlerer Führungsebene
Manager nennt und mit Extratiteln wie Head of ..irgendwas schmückt
handelt es sich sehr oft um Zufallsergebnisse oder Ränkeschmiede
mit zweifelhaftem charakterlichem Hintergrund. Als selbstständige
Unternehmer hätten die es nicht einmal bis zur Pforte geschafft.
Auf der Topebene landen dann meist die übelsten Trickser mit
besonders spitzen Ellenbogen und der lautesten Stimme. Müssig hier
auf Krupp oder Siemens zu verweisen.
Fazit: alleine das konsequente Durchforsten dieser
"Managmentebenen" sollte in so manchem Unternehmen ungeahnte
Kräfte, sprich Erträge freisetzen. Wer könnte das leisten?
Georg Giersberg Jahrgang 1955, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.
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