http://www.faz.net/-gqe-8mtt0

Führungskräfte : Chefs fordern viel und bieten wenig

  • Aktualisiert am

Neue, lockere Führungskultur in Deutschland? Oder doch noch weitgehend alles wie früher? Bild: Kien Hoang Le

Mittelmäßige Noten für deutsche Führungskräfte: Arbeitnehmer bewerten das Führungsverhalten ihrer Chefs gerade mal mit „befriedigend“. Noch düsterer sieht es aus, wenn Unternehmen ihre Führungskultur ändern.

          Die Qualität der deutschen Führungskräfte und die Führungskultur hierzulande werden immer wieder kontrovers diskutiert. Zuletzt erregte eine Studie Aufsehen, die zeigt, dass Mitarbeiter mit Führungsverantwortung deutlich zufriedener sind als einfache Angestellte. Nun gibt es noch weitere Erkenntnisse. Einer neuen Forschungsarbeit der Hochschule Niederrhein zufolge bewerten Deutschlands Arbeitnehmer ihre Chefs im Schnitt mit der Schulnote 3,03 - also gerade mal mit einem „Befriedigend“. Besonders stark klaffen dabei die Ansprüche der Führungskräfte an die Untergebenen und ihre Förder- und Unterstützungsangebote an die Mitarbeiter auseinander.

          Befragt wurden für dieses Ergebnis 553 Berufstätige aller Unternehmensgrößen, Branchen und Hierarchieebenen, was den Wissenschaftlern zufolge als repräsentative Stichprobe gelten kann. Auch Führungskräfte waren explizit mit eingeschlossen, weil auch diese in der Regel noch mindestens einen Vorgesetzten über sich haben.

          Bild: F.A.Z.

          Neben zu wenig Förderung durch den Chef bemängelten Mitarbeiter vor allem, dass der Vorgesetzte keine attraktiven Perspektiven für die Zukunft anböte. Zudem stelle die Führungskraft zu selten die eigenen Interessen für die Gruppe zurück.

          Veränderungen in der Führungskultur - langsam und mit zweifelhaftem Effekt

          Die Forschungsarbeit zeigt weiterhin auf, dass Veränderungen der Führungskultur in Unternehmen gar nicht selten sind. Rund die Hälfte der Befragten hat in ihrem aktuellen Unternehmen schon einmal eine Veränderung der Führungskultur erlebt. Meist passierte das, wenn es einen personellen Wechsel im Top-Management gab; häufige Ziele einer solchen Änderung waren aber auch die Verbesserung der Situation am Markt und die Optimierung der Arbeitsprozesse. Dabei braucht eine Veränderung der Führungskultur meist ziemlich viel Zeit. In mehr als der Hälfte der Fälle waren es bis zu 2,5 Jahre.

          Wenn Unternehmen ihre Führungskultur veränderten, verfehlten sie dabei häufig, was sie sich vorgenommen hatten, heißt es in der Untersuchung weiter. Die Schulnote für die Zielerreichung lag im Schnitt bei 3,61, also bei „ausreichend“. Die eher „harten“ Ziele, wie eine Verbesserung des Betriebsergebnisses oder eine höhere Produktivität wurden dabei noch eher erreicht als die „weicheren“, etwa eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit oder ein besseres Vertrauensverhältnis zwischen Führungskraft und Mitarbeiter.

          Quelle: nab.

          Weitere Themen

          Proteste gegen Stellenabbau bei Siemens Video-Seite öffnen

          Tausende Betroffene : Proteste gegen Stellenabbau bei Siemens

          SPD-Chef Martin Schulz hat nach Bekanntwerden der Siemens-Pläne versprochen, sich für die Angestellten einzusetzen. Am Donnerstagvormittag wandte er sich vor über 2000 Demonstranten in Berlin direkt an den Vorstandsvorsitzenden.

          Topmeldungen

          SPD bewegt sich : Große Koalition für Schulz kein Tabu mehr

          Nun soll die SPD-Basis das letzte Wort über eine mögliche dritte große Koalition mit der Union haben. Dies kündigte SPD-Parteichef Martin Schulz an. Auch die Tolerierung einer von Merkel geführten Minderheitsregierung käme als Option in Frage.
          Bedroht? Eine Schwebfliege hat sich in Frankfurt auf einer Wiese im Stadtteil Bergen-Enkheim auf einer Blüte niedergelassen.

          Insektensterben : Professor schimpft gegen Öko-Hysterie

          Eine Studie über drastisches Insektensterben sorgte in den vergangenen Wochen für viel Aufregung. Jetzt teilt Statistiker Walter Krämer kräftig gegen die Macher aus – und schießt damit über das Ziel hinaus.

          Brief aus Istanbul : Erdogans Kampf gegen Amerika

          Der türkische Präsident und seine Partei AKP sind Meister darin, die Seiten zu wechseln. Nun umarmen sie Putin und verdammen die Vereinigten Staaten. Wieso? Weil dort ein für Erdogan gefährlicher Prozess beginnt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.